Folge der MOSAIC expedition

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Anita » Mi 20. Nov 2019, 17:22

Es ist nicht einfach...
Danke Uli [tschuess]
Anita
 

Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Mi 20. Nov 2019, 18:56

Tag 62 Mittwoch 20. Nov. 2019 - 3.975km - Temperatur -18,3°C - Position N85°45 E121°21

Nach dem Sturm der vergangenen Tage gibt es nun große Dynamik in unserer Scholle. Weiterhin verschiebt sich diese merklich.

Über den Riss zwischen Ocean City und der Remote Sensing Site haben wir eine Brücke gebaut, bestehend aus einem Nansen-Schlitten und einer Palette. So können wir den Riss sicher überqueren. Aufmerksam beobachten wir die Bewegungen von der Schiffsbrücke aus und auch auf dem Eis.

Es gibt keine großen Verluste oder Schäden unter den Instrumenten, aber einige müssen wir wahrscheinlich versetzen.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Do 21. Nov 2019, 18:17

Tag 63 Donnerstag 21. Nov. 2019 3.980km - Temperatur -15,3°C - Position N85°44 E120°51

Diese Karte zeigt unser Ice Camp – zumindest so, wie unser Forschungscamp bis zum Sturm des vergangenen Wochenendes aussah. Nun gibt es einen Riss, der die Stationen Met City, Remote Sensing Site und ROV Oasis von der Polarstern trennt.

Nach den Bewegungen des Eises befinden sich diese Stationen jetzt auf der Backbordseite des Schiffes. Das Eis hat die Anlage unseres Camps also ziemlich verändert – wir werden demnächst eine neue Karte erstellen.

OC: Ocean City, Station für ozeanografische Messungen
ROV: ROV Oasis ( Remotely Operated Vehicle) Station mit ferngesteuerten Tauchrobotern für Unterwasser-Messungen
MET: MET City, Station für atmosphärische Messungen
TB: Balloon Town, Station für atmosphärische Messungen
RS: Remote Sensing Site für Bodenmessungen mit Satellit und Flugzeug-Sensoren

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Sa 23. Nov 2019, 11:02

Tag 64 Freitag 22. Nov. 2019 - 3.982km - Temperatur -16,6°C - Position N85°43 E120°43

Aufgrund der Eisbewegung mussten wir Ocean City an einen sicheren Ort verlegen. Das Team Ocean entschied sich dazu, das Zelt einige Meter von seinem Originalplatz wegzuziehen, weil sich Presseis und neue Risse gebildet hatten. An dem neuen Ort wird nun ein Loch in das Eis gebohrt, damit die ozeanografischen Messungen fortgesetzt werden können.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Sa 23. Nov 2019, 19:19

Tag 65 Samstag 23. Nov. 2019 - 3.991km - Temperatur -19,2°C - Position E85°45 E120°43

Das Team BGC (Biogeochemie) untersucht die chemischen Prozesse im Meereis, im Meerwasser und in der Atmosphäre mit speziellem Fokus auf Spurengase in Bezug auf den globalen Klimawandel.

Wir versuchen herauszufinden, ob das Meereis und das Meerwasser als Quellen oder Senken für diese klimarelevanten Gase wirken. Bei der Arbeit auf dem Eis entnehmen wir Eisbohrkerne und sammeln Schnee und das darunterliegende Meerwasser für weitere Analysen an Bord.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Eva » So 24. Nov 2019, 11:02

Noch so eine viel zu frostige Tätigkeit :wink: tolle Arbeit wird da geleistet!
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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » So 24. Nov 2019, 17:41

Tag 66 Sonntag 24. Nov. 2019 - 4.009km - Temperatur -17,2°C - Position N85°54 E121°18

Der Bordmeteorologe Jens Kieser vom Deutschen Wetterdienst ist auf dem aktuellen Expeditionsabschnitt für Wetterüberwachung und –vorhersage zuständig.

Als Bordmeteorologe erstellt und präsentiert er Wettervorhersagen für die Schiffsführung, für die Wissenschaftler und Hubschrauberpiloten.

Sein besonderes Augenmerk gilt den Wettergefahren des arktischen Winters, die den Expeditionsablauf beeinträchtigen können.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Mo 25. Nov 2019, 20:27

Tag 67 Montag 25. Nov. 2019 - 4.030km - Temperatur -23,7°C - Position N86°4 E120°15

Wie überstehen die arktischen Lebewesen extreme Kälte, eine geschlossene Eisdecke und die monatelange Dunkelheit der Polarnacht, welchen Stoffwechsel haben sie dann noch?

Diesem Rätsel von Leben, das unter scheinbar feindlichsten Bedingungen fortbesteht, geht MOSAIC während des vollen Jahreszyklus nach.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Di 26. Nov 2019, 19:15

Tag 68 Dienstag 26. Nov. 2019 - 4.042km - Temperatur -27,0°C - Position N86°6 E118°51

85° Nord, -21° Celsius, Wind: 10m/s: Die Dokumentarfilm-Crew dreht in der surrealen arktischen Meereislandschaft. Jakob Stark (r) und Nikolaus von Schlebrügge (l) begleiten den Meereisphysiker Stefan Hendricks in der Remote Sensing Site.

Das Filmteam ist von Anfang an mit an Bord und begleitet die gesamte Expedition. Das arktische Klima und die Polarnacht stellen die Filmcrew und vor allem auch ihr Equipment immer wieder vor neue Herausvorderungen.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Mi 27. Nov 2019, 00:23

Quelle
«Surreale Momente» im Eis: Lehrerin begleitet Arktis-Expedition
24. November 2019

HANNOVER. Seit einigen Wochen driftet der Eisbrecher «Polarstern» für ein Jahr durch die Arktis. Wissenschaftler aus knapp 20 Nationen überwintern in einer Gegend, die zu der Zeit sonst fast unerreichbar ist – unter ihnen war eine Lehrerin aus Hannover.

Friederike Krüger ist kürzlich von der Reise ihres Lebens zurückgekehrt: Die Lehrerin aus Hannover war die ersten Wochen der «Mosaic»-Expedition des Forschungsschiffes «Polarstern» in der Arktis mit dabei. Zusammen mit 150 Menschen war sie an Bord des Begleitschiffes «Akademik Fedorov». Die «Polarstern» des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts driftet ein Jahr durch das Nordpolarmeer – angedockt an eine Eisscholle, auf der Messungen gemacht werden, um den Einfluss des Klimawandels besser zu verstehen. Der Deutschen Presse-Agentur erzählt die Pädagogin, was sie auf der Reise am meisten beeindruckt hat und welche Fragen ihre Schüler ihr gestellt haben.

Wie kam es dazu, dass Sie als Lehrerin fünf Wochen auf der «Akademik Fedorov» mitfahren durften?

Im April gab es eine Ausschreibung für zwei deutsche Lehrer, die sich zur Mitfahrt bewerben konnten. Ziel des Alfred-Wegener-Instituts war es, die Expedition durch uns auch an Kinder und Jugendliche heranzutragen. Ich bin jetzt dabei, ganz verschiedenes Unterrichtsmaterial zusammenzustellen über die Reise, die Expedition selbst, das Arbeiten auf dem Eis und das Leben als Wissenschaftler. Wir werden es über die offizielle «Mosaic»-Website später frei verfügbar machen, sodass es an allen Schulen nutzbar ist. Zu meiner Arbeit gehören aber auch Vorträge an Schulen.

Was wollten Ihre Schüler von Ihnen wissen, als Sie wieder da waren?

Vor allem, ob es mir Spaß gemacht hat und ob ich frieren musste. Aber auch, wie dick das Eis war, ob ich Eisbären gesehen habe und ob man den Klimawandel in der Arktis schon bemerkt. Sie haben aber auch kritische Fragen gestellt: Zum Beispiel, ob wir mit dem Treibstoff, der für die Reise notwendig ist, nicht zum Klimawandel beitragen.

Haben Sie Zeichen des Klimawandels gesehen?

Ja, auf jeden Fall. Das Eis war in einem relativ schlechten Zustand. Man sieht häufig junges, einjähriges Eis, aber selten welches, das den vorherigen Sommer überlebt hat. Und tatsächlich war es nicht einfach, eine geeignete Scholle zu finden, mit der die «Polarstern» driften und auf der das Forschungscamp aufgebaut werden kann. Im Moment ist es noch unsicher, ob es Anfang 2020 gelingen wird, auf der Scholle wie geplant eine Landebahn für die Versorgungsflugzeuge einzurichten. Bis dahin wird das Eis noch dicker, aber es ist fraglich, ob es dick genug sein wird.

Was hat Sie auf der Reise am meisten beeindruckt?

Die Begegnung des ersten Eises. Auf einmal auf Eis zu treffen bis das Schiff schließlich komplett von Eis umringt ist und eine Eisbärenmutter mit ihrem Kind um das Schiff läuft – das war schon surreal. Und dann diese unendliche Weite. Ich habe atemberaubende Sonnenuntergänge gesehen, die Farben sind viel schöner als hier bei uns. Auch der erste Schritt auf dem Eis war toll: Zu wissen, dass unter einem 5000 Meter Ozean liegen. Beeindruckt haben mich aber auch die Wissenschaftler, die in der Kälte auch eine Stunde länger als geplant auf der Scholle bleiben, um Arbeiten zu erledigen. Es gab nicht den einen Moment.

Was war bisher Ihre nördlichste Reise?

Island. Die Insel kommt in Bezug auf die Temperaturen und das Farbenspiel in gewisser Weise dem nahe, was ich jetzt erlebt habe. Und doch ist es noch mal etwas ganz anderes. Interview: Janet Binder, dpa

Zur Person:
Friederike Krüger (28) ist Lehrerin für Erdkunde und Deutsch an der IGS Bothfeld in Hannover. Sie ist Klassenlehrerin einer 5. Klasse.
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