Flugzeuge starten zur "Mosaic"-Expedition - update

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Polarstern zurück im Arktis-Eis - update

Beitragvon UliS » Sa 20. Jun 2020, 10:52

Polarstern zurück im Arktis-Eis
Nach einem Crew-Wechsel vor Spitzbergen setzt die MOSAiC-Expedition ihre Arbeit fort - Quelle
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Das Forschungsschiff Polarstern ist zur Eisscholle der arktischen Drift-Expedition MOSAiC zurückgekehrt – jetzt kann die wissenschaftliche Arbeit weitgehen.

Trotz Corona: Wegen der Pandemie fiel der jüngste „Schichtwechsel“ der MOSAiC-Expedition anders aus als sonst – der Eisbrecher Polarstern musste dafür seine Eisscholle verlassen und die neue Wissenschaftlergruppe selbst vor Spitzbergen abholen. Doch nun ist das Schiff zurück im Eis der Artis und die größte Arktisexpedition aller Zeiten kann ihre Arbeit fortsetzen. Für die Forschung beginnt nun eine der in Bezug auf den Klimawandel spannendsten Phasen.

Seit Herbst 2019 driften der Eisbrecher Polarstern, gut 100 Wissenschaftler und ihre auf einer Eisscholle errichteten Forschungsstationen mit der Transpolardrift durch die zentrale Arktis. Die ein Jahr dauernde MOSAiC-Expedition sammelt dabei einzigartige und wertvolle Daten aus diesem bislang kaum erforschten und für das Erdklima entscheidenden Gebiet. Im Februar 2020 kam die Polarstern dabei dem Nordpol so nah wie noch nie ein Schiff im Winter.
Drei Forschungsschiffe
Polarstern, Sonne und Maria S Merian beim Austausch von Mensch und Material vor Spitzbergen. © Alfred-Wegener-Institut / Leonard Magerl,CC-by-sa 4.0

Doch auch an der MOSAiC-Expedition ist die Corona-Pandemie nicht spurlos vorübergegangen. Erst wurde ein Teilnehmer positiv auf SARS-CoV-2 getestet – glücklicherweise vor Abreise in die Arktis. Dann konnten die russischen Versorgungseisbrecher wegen der Pandemiebestimmungen nicht auslaufen. Dadurch musste die Polarstern Mitte Mai ihre Eisscholle verlassen und den Teamwechsel vor Spitzbergen selbst übernehmen.
Zurück an der Scholle

Jetzt gibt es gute Nachrichten: Die Polarstern hat am 17. Juni 2020 ihre angestammte Eisscholle im Nordpolarmeer wieder erreicht. Dank GPS-Sendern auf der Scholle war das Finden des Messcamps kein Problem, das dorthin gelangen allerdings schon: „Wichtig ist, wie bereits zu Zeiten der alten Entdecker, nicht sinnlos irgendwo reinzufahren, sondern die richtige Eintrittsposition ins Eis zu finden“, berichtet Kapitän Thomas Wunderlich.

Obwohl der Eisbrecher zwischendurch einige Tage stecken blieb, weil sich das Eis vor ihm zusammenschob, liegt die Polarstern nun wieder an der Scholle, auf der auch in ihrer Abwesenheit zahlreiche autonome Messinstrumente weiter Daten gesammelt haben. „Der ursprüngliche feste Bereich der Scholle, unsere sogenannte Festung, hat die Verformungen im Frühjahr größtenteils intakt überstanden und ist auch jetzt weiter eine gute Basis für unser Forschungscamp“, berichtet Expeditionsleiter Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI).
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Eisschmelze live und vor Ort

Für die Wissenschaftler beginnt nun eine der spannendsten Phasen der arktischen Drift-Expedition. Denn die sommerliche Eisschmelze hat begonnen und auf dem Meereis bilden sich viele Schmelzwassertümpel, die Abtaurate und Strahlungsbilanz verändern. Zudem bricht das Eis an vielen Stellen auf und über die Spalten und Risse entweichen Wasserdampf und Aerosole. Sie können die Wolkenbildung in der Atmosphäre beeinflussen – und sind daher ebenfalls ein wichtiges Forschungsobjekt.

„Wir werden in dem jetzt beginnenden Sommer in nie dagewesener Detailschärfe die Prozesse im arktischen Klima während der Schmelzsaison erforschen können“, sagt Rex. Dazu gehört die Frage, wie Dicke und Beschaffenheit des Eises die Klimaprozesse beeinflussen, welche Rolle die Schneeauflage auf dem Meereis spielt und wie das Zusammenspiel mit Atmosphäre und Wolken funktioniert. Auch Wasserwirbel die unter dem Eis durch Meeresströmungen entstehen, werden Wissenschaftler untersuchen.

Wird die Eisscholle halten?

Ob die Eisscholle das sommerliche Abtauen intakt übersteht, ist noch offen. „Mit dem jetzt einsetzenden sommerlichen Schmelzen werden wir mit unseren Aufbauten sehr mobil sein und uns jeweils an die sich entwickelnden Bedingungen anpassen müssen“, sagt Rex. „Eventuell werden wir das Forschungscamp später im Sommer auch nochmal verlegen – das hängt von der Entwicklung der Eisbedingungen ab.“

Quelle: Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
19. Juni 2020

- Nadja Podbregar
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Re: Polarstern zurück im Arktis-Eis - update

Beitragvon UliS » Sa 1. Aug 2020, 11:10

MOSAiC-Expedition
Time to Say Goodbye

MOSAiC-Scholle hat ihr Lebensende erreicht. Polarstern stößt nun nach Norden vor.
[31. Juli 2020] - Quelle

Nach genau 300 Tagen Drift mit der MOSAiC-Eisscholle hat das internationale Team um Expeditionsleiter Markus Rex am 29. Juli 2020 mit dem Abbau des Forschungscamps auf der Scholle begonnen. Am Tag darauf ist die Scholle schließlich in viele Einzelteile zerbrochen. Nachdem die Expedition diese Scholle zehn Monate begleitet hat, wird sie nun das einzige noch fehlende Puzzlestück im Jahreszyklus des arktischen Meereises in den Fokus nehmen: den Beginn der Eisbildung.

Es kam wie erwartet: Unter lautem Knallen ist die Scholle der MOSAiC-Expedition am 30. Juli in viele Einzelteile zerbrochen, die nun in wenigen Tagen in die offenen Gewässer der Framstraße hinaustreiben werden. Momentan sind die Schollenteile nur noch fünf Kilometer von der Eiskante entfernt. Das Timing der Wissenschaftler war perfekt. Bis zum letzten Moment haben sie mit einem vollständigen Forschungscamp auf dieser Scholle geforscht, bevor sie es geordnet innerhalb nur eines Tages an Bord holten. Damit konnte wie geplant auch die allerletzte Phase des Lebens der MOSAiC-Scholle dokumentiert werden.

„Es ist uns gelungen, den Lebenszyklus der MOSAiC-Scholle seit Anfang Oktober letzten Jahres bis zu ihrem Ende zu begleiten. Sie hat uns 1700 Kilometer durch das Nordpolarmeer getragen, von der Laptewsee vorbei am Nordpol bis in die Framstraße. Hier beendet sie nun an der Eiskante ihren natürlichen Lebenszyklus, während sie unter dem Einfluss von Dünung und Wellen zerbricht, schließlich schmilzt und wieder zu dem Wasser des Ozeans wird, aus dem sie sich vor fast zwei Jahren vor der sibirischen Küste gebildet hat. Das Konzept dieser Expedition ist damit vollständig aufgegangen“, sagt Expeditionsleiter Prof. Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. „Jetzt steht das letzte noch fehlende Puzzlestück im Jahreszyklus des arktischen Meereises im Fokus, das beginnende Gefrieren am Ende des Sommers. Für diese Phase werden wir weit nach Norden vorstoßen, wo die Eisbildung bereits demnächst einsetzen wird.“

Die Polarstern wird aber zunächst noch nahe der Eiskante bleiben, bis der russische Forschungseisbrecher Akademik Tryoshnikov in den nächsten Tagen eintrifft. Er bringt das Wissenschaftsteam des letzten MOSAIC Abschnitts, neue Besatzungsmitglieder, Proviant und Treibstoff sowie Verbrauchsstoffe mit.

Am 4. Oktober 2019 hatten sich die Wissenschaftler der MOSAiC-Expedition nach kurzer aber intensiver Suche an der Eisscholle einfrieren lassen, auf der sie ihr Forschungscamp für die Drift durch das Nordpolarmeer aufbauten. Die Suche gestaltete sich als eine enorme Herausforderung, da es nach einem der wärmsten Sommer damals kaum ausreichend dicke Schollen in der Ausgangsregion der Expedition gab. Die Scholle ihrer Wahl bildete sich – wie sie später herausfanden – im Dezember 2018 vor den Neusibirischen Inseln. Die Wissenschaftler schätzten den ungewöhnlich stabilen Bereich der Scholle, der sich als guter Standort für das Forschungscamp herausstellte. Gleichzeitig war die Scholle in ihren anderen Bereichen relativ dünn und dynamisch und somit typisch für die neue Arktis. Gerade deshalb war sie für die wissenschaftlichen Projekte sehr gut geeignet. Im Laufe des Jahres sorgten Stürme immer wieder für Risse und Presseisrücken, die den Expeditionsteilnehmern viel abverlangten. Doch insgesamt blieb die Scholle bis zuletzt stabil – selbst während der Schmelzsaison, als die benachbarten Bereiche nach und nach zerbröselten.

„Wir haben unsere Scholle im vergangenen Herbst gesucht, gefunden, erkundet, besiedelt und aus allen denkbaren Perspektiven erforscht. Sie hat uns seitdem treu als stabile Basis für unser Forschungscamp gedient. In den vielen Monaten ist die Scholle für uns ein Zuhause geworden, das wir immer in Erinnerung behalten werden. Nun tritt sie ihren letzten Weg an und wird wieder zu Wasser. Es ist Zeit Abschied zu nehmen und für die letzte Phase der Expedition nach Norden aufzubrechen“, sagt Markus Rex.
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Auf der «Polarstern» ist Corona kein Thema - update

Beitragvon UliS » Mi 12. Aug 2020, 09:58

Auf der «Polarstern» ist Corona kein Thema
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Noch zwei Monate, dann kommt die «Polarstern» von ihrer historischen Arktis-Forschungsreise wieder nach Bremerhaven zurück. Über ein Jahr wird das Schiff unterwegs gewesen sein. Hat sich die teure und logistisch aufwendige Reise gelohnt?

Das Wichtigste in Kürze
Jahrelang war die einjährige Drift in der Arktis des deutschen Forschungsschiffes «Polarstern» mit Heimathafen Bremerhaven genauestens geplant worden.

Für grössere und kleinere Katastrophen waren am Alfred-Wegener-Institut (AWI) Notfallpläne ausgearbeitet worden.

Doch dann passierte etwas, womit niemand gerechnet hatte: die Corona-Krise. Eine Zeit lang musste befürchtet werden, dass die im September begonnene «Mosaic»-Expedition abgebrochen wird. «Das gesamte Logistikkonzept ist uns um die Ohren geflogen», sagt Expeditionsleiter Markus Rex rückblickend. Als schwierig erschien besonders der Personalaustausch während der Reise.

Doch AWI-Wissenschaftler Rex hielt stets am Rückkehrtermin 12. Oktober 2020 in Bremerhaven fest. Und sein Team und er schafften es mit einem Notfallplan tatsächlich, dass die Expedition fortgesetzt werden konnte. Inzwischen sei die Epidemie kaum noch Thema. «Corona haben wir fast schon vergessen an Bord», so Rex.

Am 20. September 2019 war die «Polarstern» vom norwegischen Tromsø aus gestartet. Kurz darauf driftete sie monatelang teils dicht am Nordpol mit einer riesigen Eisscholle mit, auf der ein Forschungscamp aufgebaut worden war. Rund die Hälfte der Zeit mussten die Wissenschaftler in der dunklen Polarnacht arbeiten. Ende Juli ist die Scholle in der sommerlichen Arktis in viele Einzelteile zerbrochen. Das Camp auf dem Eis war kurz zuvor abgebaut worden.

Die «Polarstern» ist noch einige Wochen für Messungen in der Region unterwegs, allerdings weiter nördlich. «Wir wollen solange bleiben, bis die Arktis wieder anfängt zuzufrieren. Das ist eine wichtige Phase im Eiszyklus», sagt Rex. Ende September wird die «Polarstern» schliesslich ihre Rückfahrt antreten.

«Mosaic» ist eine Reise der Superlative: Über 70 wissenschaftliche Institute aus fast 20 Ländern sind mit Hunderten Forschern beteiligt. Die Wissenschaftler an Bord wurden während der Reise mehrfach per Schiff ausgewechselt, zuletzt am Wochenende. «Eine Arktis-Expedition in dieser Grössenordnung hat es noch nie gegeben», sagt Rex. Die Kosten belaufen sich auf 140 Millionen Euro, Deutschland übernimmt die Hälfte.

Institute in aller Welt setzen grosse Hoffnungen auf die Ergebnisse der Expedition: Mit den Messungen und Experimenten im Nordpolarmeer soll der Klimawandel besser verstanden werden. Die Expeditionsteilnehmer beobachten dafür genauestens die Austauschprozesse zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre. «Man kann jetzt schon sagen, dass die gewonnen Daten es erlauben werden, die sehr komplexen Prozesse im Klimasystem besser zu verstehen», betont Rex. Mit der Auswertung werde nach der Expedition begonnen. «Jetzt fokussieren wird uns erst einmal auf die Messungen.»

Der Wissenschaftler veranschaulicht seine Arbeit mit dem Bild einer Uhr: «Wer anfängt, jedes Zahnrädchen genauestens zu untersuchen und das Uhrwerk lange studiert, kann am Ende eine Uhr nachbauen», sagt Rex und fügt hinzu: «Wir wollen das Klimasystem nachbauen.» Dafür sei es nötig gewesen, den gesamten Lebenszyklus der Eisscholle zu begleiten, an die die «Polarstern» so lange angedockt war.

Allerdings musste das Forschungsschiff die Scholle für eine kurze Zeit verlassen und die Drift unterbrechen. Wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Reiseeinschränkungen konnte das Personal nicht wie geplant vor Ort auswechselt werden. Hier kam nun der neue Plan von Rex und seinem Team zum Zuge: Das Schiff fuhr nach Spitzbergen, um dort im Juni die neue Mannschaft an Bord zu holen und die alte von Bord zu lassen. Die Wissenschaftler hatten zwei Wochen in Bremerhavener Hotels in Quarantäne verbracht, um garantiert virusfrei zu sein. Seitdem ist auch Markus Rex wieder auf der «Polarstern». Er war bereits in den ersten Monaten auf dem Schiff und wird am 12. Oktober dabei sein, wenn die «Polarstern» in Bremerhaven einlaufen wird.
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Re: Auf der «Polarstern» ist Corona kein Thema - update

Beitragvon UliS » Fr 21. Aug 2020, 10:21

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Das Forschungsschiff "Polarstern" hat den nördlichsten Punkt unserer Erde erreicht - und das früher als geplant.
Foto: Graupner/dpa

Schneller als gedacht
Bremerhaven: Forschungsschiff "Polarstern" erreicht den Nordpol
20.08.2020 - Quelle

BREMERHAVEN. Das Forschungsschiff "Polarstern" hat auf dem letzten Fahrtabschnitt seiner Arktis.Expedition MOSAiC gestern um 12.45 Uhr den nördlichsten Punkt der Erde erreicht.

"Es war ein unglaublich schneller Ritt", sagte Expeditionsleiter Markus Rex am Mittwoch. "Wir hatten einen breiten Bereich mit geringer Eiskonzentration und dünnem Eis", sagte Rex. Gestartet war die "Polarstern" auf der Nordseite Grönlands. Normalerweise sei das Seegebiet dort so dicht bedeckt mit teilweise mehrjährigem Meereis, dass eine Fahrt dort nicht empfehlenswert sei.

Meereis schmilzt

"Es ist erschreckend zu sehen, wie dünn das Meereis ist und wie schnell es schmilzt. Es muss dringend etwas passieren. Die Arktis kann nicht lange warten." Das Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) hatte im Juli mitgeteilt, dass die arktische Meereisausdehnung so gering ist, wie es seit Beginn der Satellitenmessungen für den Monat Juli noch nie beobachtet wurde.

Das arktische Eis erreicht gewöhnlich im März seine größte und im September seine geringste Ausdehnung. Im September 2012 war mit 3,4 Millionen Quadratkilometern die bislang kleinste Eisfläche seit 1979 beobachtet worden, im September 2019 die zweitgeringste Ausdehnung. Ob die Negativ-Rekorde in diesem Jahr noch einmal getoppt werden, werde sich im September zeigen, so Rex.

Über den Nordpol nach Sibirien

Die "Polarstern" ist seit elf Monaten in der Arktis unterwegs. Zunächst driftete sie mit einer riesigen Scholle mit, Ende Juli zerbrach diese. Seitdem fährt der Eisbrecher unter Motor wieder Richtung Norden. "Wir werden über den Nordpol hinaus Richtung Sibirien fahren, um uns eine neue Eisscholle zu suchen", sagte Rex. Dort wollen die Wissenschaftler den beginnenden Gefrierprozess beobachten. Es ist das letzte Puzzlestück, das den Forschern in der Beobachtung des Jahreszyklus des Eises in der Arktis fehlt. (dpa)
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Re: "Polarstern" erreicht den Nordpol - update

Beitragvon UliS » Di 1. Sep 2020, 17:33

Standdatum: 31. August 2020. : Sonja Harbers
Nach Stopp durch Corona: Flugzeuge starten zur "Mosaic"-Expedition - Quelle

Nach einem Corona-Fall unter den Forschern konnten die Messflüge nicht beginnen. Jetzt sind die Forschungsflieger des Bremerhavener AWI endlich in der Arktis gelandet.

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Ein Flugzeug steht inmitten einer Schneelandschaft
Die Forschungsflugzeuge des Alfred-Wegener-Instituts – hier die "Polar 5" – unterstützen die "Mosaic"-Expedition. Bild: Alfred Wegener Institut | Stefan Hendricks

Eigentlich sollten die Polarforschungsflugzeuge des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven schon im Frühling zu Messkampagnen in die Arktis fliegen und das Forschungsprogramm der "Mosaic"-Expedition ergänzen. Doch wegen der Corona-Pandemie fielen die Flüge aus. Bei einem Teilnehmer der Flug-Kampagnen war Corona nachgewiesen worden, nachdem er sich in einem Lehrgang mit seinen Kollegen auf den Einsatz vorbereitet hatte. Später war dann der Flughafen im norwegischen Spitzbergen wegen Corona gesperrt worden.

Jetzt aber sind die beiden deutschen Polarforschungsflugzeuge "Polar 5" und "Polar 6" nach einer fünfmonatigen Zwangspause in der Arktis angekommen. Die deutschen Forschungsflieger sind die ersten beiden ausländischen Flugzeuge auf Spitzbergen seit dem Lockdown. Die Rückkehr der Wissenschaftler ist für die dritte Septemberwoche geplant.
Die "Mosaic"-Expedition
Während der "Mosaic"-Expedition erforschen Wissenschaftler aus 20 Nationen die Arktis im Jahresverlauf. Von Herbst 2019 bis Herbst 2020 driftet der deutsche Eisbrecher "Polarstern" durch das Nordpolarmeer. Beteiligt sind mehr als 80 Forschungsinstitute. Das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven leitet die Expedition. Das Budget der Expedition beträgt mehr als 140 Millionen Euro.

Was untersuchen die Forscher?

Mit den wissenschaftlichen Messflügen wollen die Forscher die Atmosphäre und das Meereis untersuchen. Im Mittelpunkt steht zum einen die Wolkenbildung über dem Arktischen Ozean. Außerdem untersuchen die Wissenschaftler, ob das Meereis dicker oder dünner war als in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten und wie sich die überdurchschnittlich hohen Sommertemperaturen auf die arktische Eisdecke ausgewirkt haben.

Warum untersuchen sie ausgerechnet die Wolken?

Die beteiligten Atmosphärenforscher wollen herausfinden, auf welche Weise sich Wolken über dem Arktischen Ozean bilden. Von vorhergehenden Untersuchungen weiß man, dass Wolken maßgeblich zur rasanten Erwärmung der Arktis beitragen. Moderne Atmosphärenmodelle aber unterschätzen bislang den Einfluss der Wolken und simulieren ihn noch nicht richtig. Aus diesem Grund wird das Team, zu dem Forscher des AWI, der Universitäten Leipzig, Bremen und Köln sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gehören, die Luftmassen über dem Arktischen Ozean großräumig vermessen und alle für die Wolkenbildung relevanten Faktoren im Detail untersuchen.

Geplant ist zudem, dass die "Polar 5" der Route folgt, die zuvor der Forschungseisbrecher "Polarstern" entlanggedriftet ist. So will das Flug-Team die Messdaten der Forscher auf dem Schiff und auf dem Eis mit Messwerten aus der Luft vervollständigen. Mithilfe der Daten sollen später die Atmosphärenmodelle verbessert werden.

Können alle ausgefallenen Flüge nachgeholt werden?

Ursprünglich sollten im Rahmen der "Mosaic"-Expedition vier Flugkampagnen stattfinden – zwei im Frühling und zwei im Sommer. Die für Frühjahr geplanten Flugkampagnen werden nicht nachgeholt. Die Forscher hoffen aber, dennoch genügend Daten sammeln zu können.

Darum ist die Mosaic-Expedition der Polarstern trotz Corona gerettet
VIDEO: https://www.butenunbinnen.de/videos/pol ... a-100.html
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