Zirkus Belly Besitzer glücklich Affe "Robby" bleibt im Zirku

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Zirkus Belly Besitzer glücklich Affe "Robby" bleibt im Zirku

Beitragvon UliS » So 6. Dez 2015, 01:04

Freitag, 04. Dezember 2015
Der letzte Affe vor Gericht
Primat Robby darf weiter touren

Die Einzelhaltung des Schimpansen Robby ist tierschutzwidrig. Soweit so schlecht. Tierschützer hatten denn auch über Jahre hinweg für die Befreiung des letzten Menschenaffen in einem deutschen Zirkus gekämpft. Doch das Tier darf vorerst weiter mit auf Tour.

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Seit 40 Jahren eine Familie: Robby (rechts) und Klaus.
(Foto: picture alliance / dpa)

Für Zirkusdirektor Klaus Köhler ist die Entscheidung des Gerichts "das schönste Weihnachtsgeschenk": Sein Schimpanse Robby muss doch nicht bis Ende des Jahres in eine Auffangstation umziehen, sondern darf weiter mit der Familie auf Tour gehen. "Robby ist eins von unseren Kindern, wir tun alles für ihn", beteuert der 67-Jährige.

Ob der betagte Affe allerdings auch seinen Lebensabend im Zirkus Belly verbringen wird, ist weiterhin fraglich. Denn seine Einzelhaltung ist tierschutzwidrig, stellten die Richter des Verwaltungsgerichts Lüneburg am Freitag in ihrem Beschluss im Eilverfahren unmissverständlich fest. Menschenaffen gehören nicht in den Zirkus - für Robby hatte der niedersächsische Landkreis Celle nur eine Ausnahmegenehmigung erteilt, weil er seit fast 40 Jahren in enger Bindung zur Familie Köhler lebt.

Allerdings wurde diese Genehmigung im Oktober nicht verlängert. Zuvor hatte die Tierrechtsorganisation Peta über Jahre hinweg mit der Kampagne "Rettet Robby" für die Befreiung des letzten Menschenaffen in einem deutschen Zirkus gekämpft. Sogar die berühmte Affenforscherin Jane Goodall plädierte in einem von Peta verbreiteten Statement dafür, Robbys "kommerzielle Ausbeutung" zu beenden.
Sozial und sexuell auf den Menschen geprägt

Die Auftritte des Schimpansen im Anzug auf einem Roller oder als Bällewerfer gehörten lange zu den Höhepunkten im Programm des kleinen Wanderzirkus. Jetzt darf der Direktor seinen Affen nicht mehr zur Schau stellen, wie der Landkreis anordnete. "Wir beschäftigen uns aber vier Stunden am Tag mit ihm", sagt Köhler. Beim Besuch eines Fotografen am Tag vor der Gerichtsentscheidung steigt der Zirkuschef zu Robby in den Käfigwagen und teilt sich mit ihm eine Banane. Der Schimpanse umarmt und krault Köhler, seine engste Bezugsperson. Anders als der fremde Besucher darf auch Pudelmischling Ted zu Robby. Der Affe legt sich auf den Rücken und tollt mit dem Hund herum. Im 25 Quadratmeter großen Außengehege wirft er einen Ball, den Ted zurückholt. Robby streichelt den braven Hund. Eine vom Kreis Celle beauftragte Primatologin hat Robby eine Verhaltensstörung bescheinigt. Ihrer Auffassung nach sollte das Tier in der niederländischen Auffangstation für Schimpansen "Aap" ein neues Zuhause bekommen. Schritt für Schritt könne er dort lernen, wieder unter seinesgleichen zu leben.

Der auf Wildtiere spezialisierte Veterinär Michael Böer hält dies für unmöglich. Er ist der Gutachter der Gegenseite. Robby sei in frühester Jugend sozial und sexuell auf den Menschen geprägt worden, meint der Direktor des Zoos Osnabrück. "Wenn man ihn mit Artgenossen zusammenbrächte, wäre das sein Todesurteil", sagt Böer. Sollte Zirkuschef Köhler nicht mehr für ihn sorgen können, hält der Tiermediziner es sogar für sinnvoller, den Affen einzuschläfern, als ihn mit anderen Schimpansen zusammenzubringen. Thomas Pietsch von der Tierschutzstiftung Vier Pfoten hingegen kritisiert die Entscheidung des Gerichts: "Wir sind enttäuscht, dass das Gericht dem letzten Menschenaffen in einem deutschen Zirkus ein Leben außerhalb des Zirkuskäfigs fürs Erste verweigert hat." Die endgültige Entscheidung über Robbys Zukunft ist in etwa einem Jahr zu erwarten, sagt Gerichtssprecherin Karola Hoeft. Nach Auffassung der Kammer ist noch nicht hinreichend geklärt, ob bei Robby eine erhebliche Vernachlässigung oder eine erhebliche Verhaltensstörung vorliegt. Nur dann wäre eine Entnahme aus dem Zirkus zulässig.

Quelle: n-tv.de , Christina Sticht, dpa
http://www.n-tv.de/ratgeber/Primat-Robb ... 01916.html
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Besitzer glücklich: Affe "Robby" bleibt im Zirkus

Beitragvon UliS » Fr 9. Nov 2018, 13:15

Stand: 08.11.2018
Besitzer glücklich: Affe "Robby" bleibt im Zirkus

"Robby" bleibt im Zirkus und kommt nicht in eine Auffangstation. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg am Donnerstag entschieden und das Verfahren eingestellt. Ein gegenteiliges Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg als Vorinstanz ist damit wirkungslos, eine Revision nicht zugelassen. Damit endet der gerichtliche Streit um die Unterbringung des bundesweit wohl letzten Menschenaffen in einem Zirkus und es steht fest: "Robby" wird - wie in den vergangenen 43 Jahren - weiter bei der Zirkusfamilie leben.

Besitzer: "Freue mich, dass ich mein Kind behalten kann"

Mit der OVG-Entscheidung wird ein Bescheid des Landkreises Celle aufgehoben, nach dem der 47-jährige männliche Menschenaffe an eine für die Resozialisierung von Schimpansen spezialisierte Haltungseinrichtung abgegeben werden sollte. "Ich freue mich, dass ich mein Kind behalten kann", sagte sein Besitzer, Zirkusdirektor Klaus Köhler am Donnerstag. Er hatte gegen den Beschluss des Landkreises geklagt, das Verwaltungsgericht Lüneburg bestätigte im April 2017 jedoch die Entscheidung der Behörde. Nun gaben die Richter des Oberverwaltungsgerichtes im Berufungsverfahren der Klage von Köhler statt.

Für die Entscheidung wurde ein Fachtierarzt angehört. "Robby" habe Mangel an sozialen Kontakten und Kompetenzen, erklärte Experte Pierre Grothmann. Das Schimpansenmännchen weise Entwicklungsstörungen auf und könne typische Verhaltensweisen nicht ausleben, etwa in seinem Sexualleben. Andererseits sei "Robby" in jungen Jahren kastriert worden. Die Richter befanden außerdem: Die Anordnung des Landkreises sei "ermessensfehlerhaft und damit rechtswidrig" gewesen.

Gesundheitszustand des Schimpansen unklar

Auch in einer Spezial-Einrichtung könne der Menschenaffe wahrscheinlich nur zu zweit oder zu dritt und jedenfalls nicht artgerecht in einer Schimpansengruppe gehalten werden, so die Richter des OVG. Zudem habe der Landkreis die mit einem Umzug von "Robby" verbundenen Risiken nicht richtig eingeschätzt: Die Resozialisierung in der Schimpansen-Einrichtung könne sich über Jahre hinziehen, "Robby" ist aber bereits Mitte 40. Nur wenige der in Zoos weltweit erfassten männlichen Schimpansen sind älter. Zudem sei nicht geklärt, ob "Robby" an einer Herzerkrankung leidet.

Zirkusdirektor: "Robby" Teil der Familie

Fast sein gesamtes Leben ist "Robby" ein Zirkusaffe. Er wurde in einem Zoo geboren und in jungen Jahren von seinen Artgenossen getrennt. Dann kam er zum Circus Belly von Klaus Köhler, wo er von Hand aufgezogen wurde und seitdem ausschließlich mit Menschen zusammenlebt. Kontakt zu anderen Affen hatte "Robby" nach Aussage des Zirkusdirektors bisher nicht. Köhler hatte befürchtet, der Schimpanse könnte in einer Auffangstation verkümmern und im schlimmsten Fall sogar sterben. Auch eine Tierärztin und ein anderer Zoodirektor hatten es als "riskant" eingeschätzt, den Affen in seinem hohen Alter noch aus dem Zirkus herauszunehmen: Der Schimpanse sehe die Schausteller als seine Familie an. "Das ist eine Persönlichkeit mit menschlichen Zügen", sagte Köhler.

Der Fall "Robby" hatte eine hitzige Debatte ausgelöst - von Gegnern der Zirkus-Haltung und denen, die für einen Verbleib von "Robby" in seinem gewohnten Umfeld sind. Tierschützer hatten am Donnerstag vor dem Oberverwaltungsgericht dafür demonstriert, "Robby" aus dem Zirkus zu holen.
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