Folge der MOSAIC expedition

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Jochen » Di 5. Nov 2019, 18:51

Tag 47 Dienstag 5. Nov. 2019 - 3.811km - Temperatur -24,2°C - Position N85°56 E118°14

Wir haben unseren Schutz vor unerwünschten Eisbärbesuchen weiter verbessert.

So wurde ein Stolperdraht um die Bereiche Central Observatory, Balloon Town, Ocean City, Remote Sensing Site, Met City und ROV Oasis gespannt.

Falls ein Eisbär den Draht berührt, werden orangefarbene Leuchtraketen in den Himmel abgefeuert, um alle auf dem Eis zu alarmieren. Dann sind alle Gruppen angehalten, den Instruktionen der Brücke sofort Folge zu leisten – das bedeutet, dass es entweder mit dem Schneemobil zurück zum Schiff geht oder man auf der Position bleiben muss.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Eva » Mi 6. Nov 2019, 10:06

Dazu fällt mir die Geschichte ein, die in Svalbard einer vom Expeditions-Team erzählte: bei einer einzigen Unternehmung wurde diese Art Alarmvorrichtung ausgelöst - durch einen Teilnehmer, der sich drin versehentlich verfangen hat [lachkoller]
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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Mi 6. Nov 2019, 11:02

Das wäre doch DIE Eisscholle für Eisbärchen, so viele interessante Sachen die man untersuchen und bespielen möchte ... [biggrins]
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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Mi 6. Nov 2019, 19:14

Tag 48 Mittwoch 6.Nov. 2019 - 3.819km - Temperatur -18,6°C - Position N85°55 E117°17

Unsere Schiffsuhren stehen derzeit auf UTC+8. Damit sind wir der mitteleuropäischen Zeit sieben Stunden voraus.

Wir werden von nun an jede Samstagnacht die Uhren um eine Stunde zurückstellen bis wir UTC+3 erreicht haben. Das ist die Moskauer Zeit, nach der auf dem Eisbrecher Dranitsyn, das nächste Versorgungsschiff, gelebt und gearbeitet wird. Die Polarstern wird die Moskauer Zeit bis zum Beginn des dritten Fahrtabschnitts beibehalten. Danach wird die Uhr in Abhängigkeit der Driftposition und damit den Zeitzonen gestellt.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Do 7. Nov 2019, 19:03

Tag 49 7. Nov. 2019 - 3.825km - Temperatur -23.,4°C - Position N85°55 E116°30

Unsere Tage an Bord sind ziemlich fest durchstrukturiert. Aber wie sieht eigentlich ein typischer Tagesablauf aus?

07:00 Brückenbesprechung mit Kapitän, Fahrtleiter, Arzt und Offizier
O7:30 Frühstück
08:00 Beginn der Eisbärenwache auf der Brücke
08:15 Wetterbericht für den Tag und für eventuelle Helikoptereinsätze
08:30 Kurzes Meeting um Grünes Licht für die geplanten Arbeiten auf dem Eis zu geben
08:35 Die Gangway vom Schiff wird auf das Eis hinuntergelassen und die Arbeiten beginnen
11:30 Die Gangway wird hochgezogen, wenn alle Wissenschaftler zurück an Bord sind für das Mittagessen und für Vorbereitungen für den Nachmittag
11:30 Mittagessen
13:00 Die Gangway wird heruntergelassen und die Arbeiten werden wieder aufgenommen
17:30 Um diese Zeit kommen die meisten Personen zurück vom Eis
17:30 Abendessen
18:30 Tägliches Meeting mit dem Kapitän und für alle Wissenschaftler. Planung für die Arbeiten auf dem Eis mit Verteilung der Ressourcen
19:00 Meeting mit Fahrtleiter und allen Teamleitern
19:30 Gelegentlich wissenschaftliche Vorträge für Interessierte
20:00 Die einzelnen Teams treffen sich bei Bedarf für Besprechungen

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Sa 9. Nov 2019, 13:37

Tag 50 Freitag 8. Nov. 2019 - 3.829km - Temperatur -21,3°C - Position N85°53 E116°3

Dieses Instrument, das auf den ersten Blick ein bisschen an eine Schneekanone erinnert, ist ein sogenanntes Mikrowellenradiometer. Gunnar Spreen von der Universität Bremen misst damit die Mikrowellenmission des Meereises um das Schiff herum. Diese ändert sich je nach Dicke, Temperatur und Schneebedeckung des Eises.

Gleichzeitig nehmen die Satelliten ESA SMOS und NASA SMAP in 750 Kilometer Höhe vergleichbare Messungen vor. Das Mikrowellenradiometer EMIRAD2 auf Polarstern wurde an der Technischen Universität Dänemark (DTU) entwickelt und ist Teil des ESA-Beitrags zu MOSAIC, der es ermöglicht, genauere Beobachtungen wichtiger arktischer Klimavariablen wie Eisdicke, Eisfläche und Schneehöhe aus dem All zu erhalten.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Sa 9. Nov 2019, 17:47

Tag 51 Samstag 9. Nov. 2019 - 3.837km - Temperatur -23,8°C - Position N85°50 E115°48

Die Eissituation um das Schiff herum ist momentan sehr stabil.

Nachdem wir zu Beginn der Drift eine sehr dynamische Phase erlebt haben, hat sich die die Situation nun entspannt. Hier und dort können wir kleine Risse beobachten, aber diese öffnen sich selten mehr als einige Zentimeter. Diese Situation erlaubt uns ein sicheres und kontinuierliches Arbeiten auf dem Eis.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » So 10. Nov 2019, 23:29

Tag 52 Sonntag 10. Nov. 2019 - 3.842km - Temperatur -29,5°C - Position N85°50 E116°17

David Costa (li.) und Ola Person (re.) vom Team ATMOS sind zusammen mit Hans Honold als Eisbärwächter mit dem Helikopter zu einer unserer Distributed Network-Stationen geflogen.

Diese liegt sechseinhalb nautische Meilen von Polarstern entfernt. Das Team führte dort Wartungsarbeiten durch. Bei -28 Grad Celsius war es spürbar kalt, doch glücklicherweise gab es kaum Wind und das Team war auf die Bedingungen gut vorbereitet.

Die Hauptaufgabe war die Reparatur eines Langwellen-Radiometers. Zusätzlich haben die drei den Besuch genutzt, um die Stromversorgung aufzutanken. Innerhalb von drei Stunden konnten sie die Mission erfolgreich abschließen.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Anita » Mo 11. Nov 2019, 11:35

Arbeiten bei Minus 28 Grad und ich beschwere mich schon über die derzeitigen Temperaturen [augenroll]
Der Tagesablauf hat es ja in sich. Da bleibt nicht viel Zeit übrig....
Danke für die interessanten Updates [tschuess]
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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Di 12. Nov 2019, 21:48

Tag 53 Montag 11. Nov. 2019 - 3.857km - Temperatur -16,2°C - Position N85°57 E116°54

Markus Rex, Jürgen Graeser und Sandro Dahlke befüllten den liebevoll „Miss Piggy“ genannten Fesselballon mit Helium und bereiteten den ersten Aufstieg vor. Der erste Flug verlief erfolgreich und die Messinstrumente konnten getestet werden.

Dieser Fesselballon wird das ganze Jahr über im Einsatz sein. Wann immer es die Windverhältnisse zulassen wird er in die Luft gellassen und so atmosphärische Messdaten aus bis zu 1500 Metern Höhe liefern.

Wenn sie nicht im Einsatz ist, wird Miss Piggy in ihrem Hangarzelt in Balloon Tour geparkt.

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