Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expedition

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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Sa 22. Sep 2018, 12:49

Arved Fuchs Expeditionen, 10. September - Quelle

OCEAN CHANGE 2018
Noch immer hängt die "Dagmar Aaen" im grönländischen Aasiaat fest und wartet auf einen Sliptermin in der Werft. Doch die Crew weiß die freie Zeit zu nutzen und hat eine weitere Strandsammlung durchgeführt - auch in Aasiaat mit erschreckenden Ergebnissen.

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09.09.2018 Aasiaat

Die Schärenlandschaft um Aasiaat bietet neben Felsküsten auch kleinere Steinstrände. Wir packen einen extra Kanister Benzin, die Ausrüstung für eine Strandsammlung in unser Beiboot und fahren zu viert los, um einen passenden Strand - etwas von der Siedlung entfernt - zu finden. Der Wind weht recht frisch aus West. Zum Glück sind wir wasserfest gekleidet. Nach ein paar Buchten finden wir den perfekten Abschnitt: eine zum offenen Meer hin gerichtete Bucht mit kleinem Steinstrand. Mit einem Zickzack-Kurs durch die Eisbrocken landen wir auf dieser Insel nordwestlich von Aasiaat an. 35m breit ist der meist felsfreie Bereich und wir machen uns sofort an die Arbeit. Große Hartplastikteile von Booten, Plastikflaschen, Ölflaschen, bearbeitetes Holz, Tauwerk, Netze und sogar eine noch unzerbrochene Glühbirne hält der Abschnitt für uns bereit. Wir sind schon wieder erstaunt, wie viel Müll hier angeschwemmt wird. Was geht den Menschen eigentlich durch den Kopf, wenn sie ihren Müll in der Natur entsorgen? …

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Teilweise sind die Plastikstücke oder das Tauwerk schon so porös, dass es unvermeidbar ist, beim Einsammeln nicht noch mehr Kleinteile zu produzieren. „Eine ganz neue Bedeutung von Sisyphus-Arbeit!“ fällt Arndt dazu nur ein. Hinzu kommt noch der zunehmende Wind, eiskalte Finger und Regen. Erschwerte Bedingungen für unsere Strandsammlung. Volker und Elise ziehen los und nehmen Bodenproben, während Arndt und Lauren die Auswertung beginnen. Nach gut 2 Stunden treten wir diesmal mit Rückenwind und einem Boot voller Müll die Rückreise an. Zurück an Bord der Dagmar Aaen freuen wir uns unter Deck über einen heißen Kakao und trocknen die nasse Ausrüstung.

Lauren
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Sa 22. Sep 2018, 12:54

Arved Fuchs Expeditionen, 13. September Quelle

OCEAN CHANGE 2018 - AKTUELLE INFO

Nach einem ungeplant langen Reparatur-Stop in Aasiaat an der Westküste Grönlands hat sich der Bad Bramstedter Expeditionsleiter Arved Fuchs aus Sicherheitsgründen entschieden, zur Überwinterung seines Expeditionsschiffes "Dagmar Aaen" nach Europa zurückzukehren.
Mehr als zwei Wochen dauerte es, einen Werftplatz in Grönland zu bekommen, um den erneuten Schaden am Propeller des Traditionsseglers zu reparieren.
Die Wetterverhältnisse im hohen Norden sind bereits sehr herbstlich geworden, die Sturmsaison hat begonnen. Zudem hat sich vor der amerikanischen Ostküste der Hurrikan Florence entwickelt, dessen Zugrichtung nicht vorherzusagen ist. Deshalb hat sich Arved Fuchs entschieden, nach Island zu segeln. Ursprünglich war eine Überwinterung in Kanada geplant. Nun ist die Expeditionscrew bereits unterwegs nach Süden. Am Südzipfel Grönlands wird es durch den Prinz Christian Sund gehen und dann weiter in den Norden Islands, in den kleinen Hafen Husavik. Dort wird die Dagmar Aaen aufliegen bis zum Sommer 2019, um dann erneut in Richtung Kanada aufzubrechen.

Arvedfuchs

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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Sa 22. Sep 2018, 13:25

Arved Fuchs Expeditionen hat einen Beitrag geteilt.
14. September um 15:38 ·

Interview mit Arved Fuchs zur aktuellen Situation
(Quelle NDR 90,3)

Video: https://www.facebook.com/matthias.stein ... nf&__xts__[0]=68.ARDV4q_9o7QtaHnWaKMFHxjs4-4cyu6vGYiLjPxHoJijqQpVtjpaTiDNoTVw8K-KuyjB9yvLve8dKRgrmqYV4dAs0LrJHatA51KTA3ISbkQqyi-1xpg-LvdI1gfvYvUXo_N1_dgbwAvMLWSQMmtBSCm1T8cmqUPWLREovW8TBRwP-ej1FVYu0w&__tn__=kC-R
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Sa 22. Sep 2018, 13:28

Arved Fuchs Expeditionen, 16. September um 19:28 ·

OCEAN CHANGE 2018
Nach dem Entschluss, dass Expeditionsschiff auf Island überwintern zu lassen, haben Arved Fuchs und seine Crew den Weg in Richtung Süden fortgesetzt.

16.09.2018 Manitsoq

Am 14. September überqueren wir erneut den Polarkreis – dieses Mal in südlicher Richtung. Die Tage werden spürbar kürzer, die Sonne wirkt blasser und es wird insbesondere auf den Nachtwachen deutlich kühler. Herbststimmung. Wir legen in dem kleinen Hafen Manitsoq für einige Stunden einen Stop ein, um die Bolzen der Schraubenwelle zum Motor nochmals zu kontrollieren und nachzuziehen. Eine Vorsichtsmaßnahme nach dem Werftaufenthalt. Zeit für eine kleine Stadtbesichtigung bleibt auch noch. Manistoq hieß frueher Sukkertoppen – Zuckerhut – da es dort eine Bergfomation gibt, die ein wenig daran erinnert. Für die alten Walfanger im 17 und 18. Jahrhundert war das eine wichtige Landmarke, um sich zu orientieren. Seekarten und navigatorische Hilfsmittel gab es damals nicht, so behalf man sich mit natürlichen Landmarken.

Mein Eindruck ist, dass sich Grönland in den letzten Jahren weiter zu einer modernen Gesellschaft entwickelt, wird auch in Manitsoq bestätigt. Im Supermarkt Pisiffik gibt es ein breites Sortiment an Lebensmitteln und Waren aller Art. In nahezu jedem Ort gibt es aber auch einen kleinen, offenen Marktstand, auf dem die Jäger ihr Wild oder ihren Fisch verkaufen können. Einfach so! Auch wir haben dort schon gekauft, etwa Rentier oder auch Heilbutt. Die deutsche Gewerbeaufsicht mit ihrer Gründlichkeit hätte hier sicherlich hinsichtlich der Hygienebestimmungen Einiges auszusetzen – aber wir sind schließlich in Grönland und hier findet es jeder normal, dass vom letzten Verkaufstag hier und dort noch ein paar blutige Hinterlassenschaften übriggeblieben sind. Anders dagegen der Supermarkt: Er ist pikobello sauber. Das gilt im übrigen für beide in Grönland vertretenen Märkte: Neben dem Pisiffik gibt es noch den Pillerssuisoq. Die Versorgung der grönländischen Bevölkerung ist ausgesprochen gut .

Nach diesem kurzen Zwischenstop laufen wir wieder aus. Wir nutzen den nördlichen Wind, um möglicht zügig zum Prinz Christian Sund zu gelangen, durch den wir die Ostküste erreichen wollen. Bis dahin sind es aber noch ein paar hundert Meilen. Kurz vor dem Sund liegt die Ortschaft Nanortalik. Dort werden wir uns nochmal verproviantieren, bevor es dann in den Sund geht.
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Fr 28. Sep 2018, 10:21

Arved Fuchs Expeditionen - Quelle
OCEAN CHANGE 2018

Die weite Überfahrt von der grönländischen Westküste durch den Prinz Christian Sund direkt nach Island war für Crew und Schiff ein hartes Stück Arbeit. Schwere Herbststürme begleiteten den Haikutter auf dem Weg zur Insel im Nordatlantik. Doch die "Dagmar Aaen" mal auch bei schwerer See mal wieder in ihrem Element...

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28.09.2018 nach Island Teil1
Auf See

Die Irmingersee und die Dänemarkstraße stellen zu jeder Jahreszeit eine seemännische Herausforderung dar. Im Herbst nimmt das Sturmrisiko allerdings noch erheblich zu. Es ist die Zeit der sogenannten Äquinoktien – das ist die Zeit der Tag- und Nachgleiche. Für den Seefahrer bedeuten sie , dass es dann sehr stürmisch zugehen kann. Dieses Jahr bildet da leider keine Ausnahme. Deshalb auch die längere Sendepause – wir hatten einfach alle Hände voll zu tun.

Zuvor waren wir von Manitsoq an der Westküste Grönlands über den kleinen Ort Nanortalik bis zum Prinz Christian Sund gefahren. Der Sund , den wir ja bereits Ende Juli passiert hatten, wirkt im herbstlichen Licht noch spektakulärer als bei der Hinreise. Die Berge sind bis in die Täler mit einer dünnen Neuschneeauflage bedeckt. Die niedrig stehende Sonne zaubert weiche Pastelltöne in die Landschaft und nachts breitet sich grandioses Nordlicht über uns aus. Ein großartiges Natrurerlebnis.

Etwa auf der Hälfte der Passage durch den Sund liegt die kleine Siedlung Augpaliagtoq. Das Dorf ist wunderschön gelegen. Es gibt eine sehr geschützte Bucht und eine kleine Pier, an der wir festmachen können. Freundlich werden wir begrüßt. Die Dorfbewohner leben hauptsächlich vom Fischfang , das scheint sich auch zu lohnen, jedenfalls wird reichlich Dorsch angelandet. Allerdings fällt uns beim Rundgang durch das Dorf auf, dass viele Häuser leer stehen und verfallen. Für junge Familien wird es zunehmend schwieriger und wohl auch unattraktiver, in diesen kleinen, dörflichen Gemeinden zu leben. Sie ziehen in größere Orte um und hinterlassen eine Lücke, die nicht mehr zu schließen ist.

Am nächsten Morgen fahren wir die restlichen vierzig Seemeilen durch den Sund. Draußen erwartet uns ein hoher Schwell und vereinzelte Eisberge. Die Nächte sind lang und kalt geworden, und das auf dem Wasser treibende Eis ist nur schwer auszumachen. Von jetzt an fängt die Zeit des Taktierens an. Täglich bekommen wir die aktuellen Wetterdaten für unser Fahrtgebiet vom Deutschen Wetterdienst gemailt. Es sind etwa 760 Meilen vom Sund bis nach Island. Und dafür brauchen wir ein Wetterfenster, das es uns erlaubt, zügig die Irmingersee und die Dänemarkstraße zu überqueren. Zunächst halten wir uns küstenparallel, um weiter nach Norden zu gelangen. Die Option bis nach Tassilak zu segeln und dort auf günstiges Wetter zu warten, verwerfen wir nach sorgfältigem Abwägen. Aufgrund der Wetterlage würden wir dort vermutlich lange festsitzen und wären trotzdem den Stürmen ausgesetzt. Aber auch die direkte Passage wird nicht ohne stürmisches Wetter auskommen.

Das ist in diesen Breiten um diese Jahreszeit auch eher der Regelfall als die Ausnahme und zeigt das Dilemma, in dem wir stecken. Die Sturmtiefs ziehen in schneller Folge, daher wäre es kaum zu erwarten ungeschoren von Tassilak nach Island zu kommen. So oder so – einen Sturm werden wir sicher abbekommen. Also entscheiden wir uns für das geringere Übel und nehmen direkten Kurs auf Island, wohl wissend, dass es eine rauhe Passage werden wird. Und so kommt es dann auch. Sechs Meter hohe Seen, Wind bis 10 Beaufort, Regen und fliegende Gischt. Aber wir kommen trotzdem gut voran. Wir haben Sturmfock und Trysegel gesetzt und laufen vor Wind und Seen ab. Das Schiff steckt das wie üblich einfach weg. Erst als die isländische Küste in Sicht ist, lässt der Wind nach. Am 25. September erreichen wir den Hafen von Isafjordur im Nordwesten Islands. Hätten wir die andere Option gewählt, wären wir immer noch in Tassilak eingeweht und müssten vermutlich noch tagelang dort vor Anker auf Wetterbesserung warten. Die Entscheidung direkt zu fahren war also richtig.

Fortsetzung folgt...
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon Anita » Fr 28. Sep 2018, 14:49

Für mich wäre das der reinste Horror: Ein Sturm mit solch hohen Wellen auf See und kein Land in Sicht :eek:
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Sa 29. Sep 2018, 13:16

Arved Fuchs Expeditionen - Quelle
OCEAN CHANGE 2018

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Die "Dagmar Aaen" hat ihren Überwinterungshafen in Husavík erreicht. Nun geht es daran, das Schiff für das nächste Jahr technisch auf Vordermann zu bringen.

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29.09.2018 Nach Island Teil 2

Auf See Heute am 27. September machen wir uns für dieses Jahr auf die letzte, vergleichsweise kurze Etappe. Unser Ziel ist der kleine Ort Husavik im Norden Islands. Wir haben dort gute Freunde und wissen die "Dagmar Aaen" in guten Händen. In Husavik gibt zudem eine Werft, auf der wir in aller Ruhe und mit den entsprechenden Fachleuten die Schraubenwelle abermals ziehen, untersuchen und gegebenenfalls ersetzen können, um den Fehler ein für alle Mal zu beheben.

Gleich zweimal ist uns in diesem Sommer die so genannte Zugstange gebrochen. Diese Stange verläuft in der hohl gebohrten Schraubenwelle und verstellt den Anstellwinkel der Propellerblätter. Wenn sie bricht, fallen die Schraubenblätter in eine Position, die die Maschine nicht mehr drehen kann – also Totalausfall der Antriebsanlage. Zum Glück haben wir Segel, sonst wären wir in echte Not geraten. Trotzdem muss die Technik natürlich einwandfrei funktionieren. Dieses technische Problem ist sicher lösbar, aber es hat uns nicht nur viel Zeit und Geld gekostet – unterschwellig fährt auch immer das unsichere Gefühl mit ob und wie lange alles hält. Die gewohnte alte Zuverlässigkeit und damit das Vertrauen in die Antriebsanlage muss wieder hergestellt werden. Daran werden wir den ganzen Winter über arbeiten.

Und noch ein wehmütiger Blick auf die kanadische Seite – unser eigentliches Etappenziel für dieses Jahr: An der Labradorküste toben derzeit Orkane von außergewöhnlicher Heftigkeit. Etwas weiter südlich ziehen alte Tropenstürme ihre Bahn. So gesehen sind wir froh die etwas weniger windige Passage und damit die sicherere gewählt zu haben!

Alles ist gut!
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Sa 6. Okt 2018, 10:20

Arved Fuchs Expeditionen, 06.10.2018 - Quelle
OCEAN CHANGE 2018

Die "Dagmar Aaen" hat ihren Überwinterungshafen erreicht. Nach einer stürmischen Durchquerung der ungemütlichen Dänemarkstraße erreichte der Haikutter den malerisch gelegenen Hafen der Gemeinde Husavík.

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05.10.2018 Husavík

In der Nacht hat es aufgebrist. An der Nordküste Islands bläst es kräftig aus Süd. Eine Mischung aus fliegendem Wasser und Regen gibt der Crew der "Dagmar Aaen" eine finale Komplettdusche. Am Fuß der verschneiten Bergrücken zeichnet sich die Silhouette unseres Ziels ab: Husavik. Der kleine Fischerort am Polarkreis soll der Überwinterungshafen für unser Expeditionsschiff werden. Die Liegeplätze sind dort gut geschützt gegen alle Windrichtungen und die gesamte Bucht bleibt auch im Winter eisfrei. Der Hauptgrund für die Wahl Husaviks als Basis für die nächsten Monate sind aber die Menschen hier oben im Norden Islands. Genauer gesagt die Hardarson Familie. Die betreibt direkt am Hafen das äußerst erfolgreiche Whalewatching Unternehmen "North Sailing". Mit insgesamt zehn wunderschönen alten Holzschiffen fahren die Hardarsons naturinteressierte Touristen in die Nähe der Wale, die sich in der Bucht mit Hering vollfressen. Auf drei der Schiffe, auf der Hildur, der Opal und der Donna Wood bietet "North Sailing" auch Segeltörns in den Scoresby Sund an der Ostküste Grönlands an. Und so schließt sich der Kreis.

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Arved kennt die Familie seit Jahren, hat Vater Hördur und seinen Sohn Heimir bei der Auswahl der Schiffe beraten und schon viele Male haben wir uns auf See getroffen. Entsprechend herzlich fällt die Begrüßung aus. Mit einem Strahlen im Gesicht nimmt Hördur unsere Leinen an. Wir machen im Päckchen neben der Hildur fest. Nach diversen Umarmungen wird die Crew der "Dagmar Aaen" zum Begrüßungsbier eingeladen. In das fröhliche Stimmengewirr beim Austausch der neuesten Geschichten mischt sich auch ein wenig Melancholie. Denn für uns geht nun der erste Teil der Expedition Ocean Change zu Ende.
Genau 120 Tage war die Dagmar Aaen unterwegs, 6661 Seemeilen liegen im Kielwasser.

Überwinterung

Von Hamburg aus ging es über die Shetlands und die Faröer nach Island. Weiter Richtung Südzipfel Grönlands, dann wegen des ersten Schadens an der Propellersteuerung unter Segeln bei schwerem Wetter zurück nach Island. Nach dem Reparaturstopp in Keflavik erneut Richtung Grönland, durch den Prins Christian Sund an die Westküste der weltgrößten Insel, weiter nach Norden bis ins Eis auf 77,52 Grad Nord. Auf der Rückreise Richtung Süden dann der zweite Schaden am Propeller. Das lange Warten auf den Slip in Aasiaat, die erneute Reparatur, die erneute Fahrt durch den Prins Christian Sund und ein weiteres Mal bei Sturm durch die Dänemarkstraße zurück nach Island. Auch wenn der Terminplan durch die Reparaturstopps kräftig durcheinander gewirbelt wurde, Teil 1 der Ocean Change Expedition war ein voller Erfolg. Diverse Projekte in Sachen erneuerbare Energie in der Arktis wurden besucht, das Plastikmüll-Aufkommen an vielen Stränden und auf verschiedenen Seestrecken analysiert. Nun werden die gesammelten Daten den Auftraggebern aus der Wissenschaft zur Auswertung übergeben. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

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In den nächsten Tagen wird die "Dagmar Aaen" auf die Überwinterung in Husavik vorbereitet. Die Vorsegel werden abgeschlagen, die Kühlkreisläufe mit Frostschutz aufgefüllt und das Rigg gewartet. Nach einer gründlichen Reinigung unseres Haikutters geht es für die meisten von uns dann zurück nach Deutschland. Bei unseren Freunden in Husavik ist die "Dagmar Aaen" in besten Händen. Ganz allein bleibt die "Dagmar Aaen" indessen nicht. Lauren wird als einziges Crewmitglied an Bord bleiben. Sie möchte den Herbst und Winter auf Island erleben und die "Dagmar Aaen" wird ihr dabei Gesellschaft leisten. Weihnachten werden wir wieder zum Schiff reisen und nach dem Rechten schauen. Parallel dazu geht die Planung für die nächste Etappe der Ocean Change Expedition im kommenden Jahr weiter. Die nächste Werftzeit wird uns im Frühjahr 2019 einmal mehr nach Island führen und im Sommer wird die Crew erneut Richtung Arktis aufbrechen.

Es bleibt spannend!

Matze

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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Mi 10. Okt 2018, 16:58

Arved Fuchs Expeditionen, 10.10.2018 - Quelle

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** Vortragssaison 2018/19 beginnt **

Im Oktober startet die aktuelle Vortragssaison - die aktuellen Termine in nächster Zeit:

18.10. (19.30 Uhr): Alkersum auf Föhr - Museum der Westküste
19.10. (19.30 Uhr): Kisdorf - Margarethenhof
25.10. (20.00 Uhr): Leck - Nordsee-Akademie

Präsentiert wird jeweils der Vortrag "Kap Hoorn - Antarktis / Segeln im Reich der Stürme".
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