Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expedition

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Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expedition

Beitragvon UliS » Fr 1. Jun 2018, 16:35

Quelle
Umwelt 30.05.18
Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expedition

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Der Polarforscher Arved Fuchs in seinem arbeitszimmer.
Foto: dpa

Hamburg. Die Expedition in die Arktis beginnt für Polarforscher Arved Fuchs bei strahlendem Sonnenschein und schweißtreibenden Temperaturen in Hamburg: Sein Segelschiff "Dagmar Aaen" ist am Mittwoch Richtung Nordpolarmeer in See gestochen. Die Reise soll das 2015 begonnene Projekt "Ocean Change" fortsetzen und bis voraussichtlich Oktober 2019 dauern. Drängende Themen seien die Belastung der Meere durch Plastik sowie Auswirkungen des Klimawandels, sagte der 65-jährige Bad Bramstedter vor dem Start.

Nach einem ersten Zwischenstopp auf Helgoland bei einem Projekt zum Thema Plastikmüll geht es weiter zu einem Offshore-Windpark über die Shetland- und Färöer-Inseln, Island bis nach Grönland und Kanada. An Bord seien auch junge Energieexperten, die unterwegs zukunftsweisende Projekte für eine nachhaltige Energieversorgung besuchen. Mit Wissenschaftlern und Forschern wollen sie ebenso sprechen wie mit Fischern und Jägern.

Virtuell sollen Menschen an der Expedition "in das noch vorhandene, aber durchaus nicht ewige Eis der Arktis" über soziale Medien teilnehmen können. Was Fuchs und seine Crew an Bord und den einzelnen Stationen erleben, wollen sie auf diese Weise umfassend mitteilen. "Das ist für uns auch Neuland, das haben wir in dieser Form so noch nie gemacht", sagte Fuchs.
( dpa )
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Fr 1. Jun 2018, 18:07

Arved Fuchs Expeditionen Quelle: https://www.facebook.com/permalink.php? ... 7028523296
29. Mai 2018

I.C.E. 2018

Im vergangenen Jahr feierte unser internationales Jugendcamp "Ice Climate Education" ein kleines Jubiläum, die sechstägige Reise auf der Ostsee war die zehnte Auflage des im Jahre 2007 erstmalig durchgeführten Camps für Jugendliche aus aller Welt. Bevor sich im Juli erneut zehn Teilnehmer zum elften Camp zusammentreffen, hat die Stiftung in.media.vitae foundation von Iris und Alexander Hofmann das "ICE"-Camp als Stiftungsprojekt übernommen. Alle bisherigen Ehrenamtlichen des Teams Arved Fuchs arbeiten nun direkt in der in.media.vitae foundation für das Projekt, gemeinsam mit den ebenfalls ehrenamtlich arbeitenden Stiftern. Das neue I.C.E.-Camp Team hat sich gefunden. Der Initiator Arved Fuchs wird das Projekt und das ICE-Team weiterhin wie seit 2007 inhaltlich intensiv begleiten und unterstützen.

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die "Ryvar"

Wie bereits im Vorjahr wird das Camp auch in diesem Sommer auf der "Ryvar" stattfinden, erneut wird quer durch die dänische Südsee gesegelt. Vom Kieler Hafen aus geht es bis nach Samsø und zurück nach Flensburg. Insgesamt begrüßt das ICE-Team wieder zehn Jugendliche an Bord des ehemaligen Heringsloggers, wobei erstmalig ein Gymnasium aus Nürnberg involviert ist. Wie schon in den Vorjahren konnten sich Jugendliche diverser Schulen für das Camp über einen Wettbewerb qualifizieren. Die besten Projektarbeiten an den Schulen wurden mit einer Teilnahme am diesjährigen Camp belohnt.

Erneut werden insgesamt zehn Teilnehmer nach Kiel reisen, um vom 4. bis 14. Juli an Bord der "Ryvar" durch die dänische Südsee zu segeln.
Die Teilnehmer 2018:

Tabea Dix - Neues Gymnasium Nürnberg (Deutschland)
Pia Brombach - Gymnasium Westerland (Deutschland)
Jael Ketteler - Gymnasium Westerland (Deutschland)
Kärt Soiewa - Miina Härma Gymnasium Tartu (Estland)
Oliver Oll - Miina Härma Gymnasium Tartu (Estland)
Paula Erlacher - Sprachen- und Realgymnasium Bruneck (Italien)
Carole Berens - Athénée de Luxembourg (Luxemburg)
Michel Thimmesch - Athénée de Luxembourg (Luxemburg)
Xjuscha Antz - Schloss Bieberstein Hofbieber (Deutschland)
Lara Kindermann - Schloss Bieberstein Hofbieber (Deutschland)

Starten wird das Camp im Hafen von Kiel. Über Marstal und Kerteminde geht es zur Insel Samsö, zurück über Middelfart nach Flensburg, wo das diesjährige Camp enden wird. Neben einem Planspiel wird es wieder zahlreiche Vorträge von Wissenschaftlern zu Themen wie Plastikmüll, Fischerei in der Ostsee oder dem Klimawandel im Allgemeinen geben. Wir freuen uns, Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut Hamburg, vom Thünen-Institut Rostock, vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde und vom Geomar Kiel an Bord begrüßen zu können.


Expedition Ocean Change
"Wir schlagen ein neues Kapitel auf"


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Turn the page

Der Klimawandel ist eine Tatsache. Die Ursachen dafür sind eindeutig und bekannt. Neben den natürlichen Klimaschwankungen ist der Mensch der Hauptverursacher. Ein "Weiter wie bisher" ist im Sinne der Generationsgerechtigkeit unverantwortlich. Daher ist es an der Zeit, Lösungsansätze aufzuzeigen. Längst haben Energieversorger, einzelne Regierungen und große Teile der Zivilbevölkerung auf die veränderte Situation reagiert und Maßnahmen ergriffen. Die Karten werden neu gemischt.

"Turn the page" schlägt ein neues Kapitel auf. Die "Dagmar Aaen" von Arved Fuchs ist als Botschafterin unterwegs. das Schiff ist dabei der rote Faden. Viele Menschen auf Island, Grönland und auch Kanada kennen die "Dagmar Aaen", kennen Arved Fuchs. Die spektakuläre Landschaft, stürmische Passagen, schwierige Eisfahrten und die offenkundigen Auswirkungen des Klimawandels im hohen Norden bilden die Kulisse für ein zeitgemäßes, modernes Abenteuer mit einem sehr aktuellen und visuell ansprechenden Bezug.

Die neue Expedition von Arved Fuchs wird mit wissenschaftlicher Unterstützung vorbereitet und realisiert. Gleichzeitig ist sie eine klassische Entdeckungsreise ins Eis, getragen von Abenteuerlust, Wissbegierde und Forscherfreude, die Menschen schon immer über die Ozeane getrieben hat.

Diese Expedition von Arved Fuchs ist ein Statement für Umwelt und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig ist sie eine enorme Herausforderung für die Crew auf dem Schiff und die technische Ausrüstung. Nur mit einer funktionierenden Mannschaft - jeder muss sich auf jeden verlassen können - und einem intakten Traditionssegler wird Arved Fuchs dieses spektakuläre Abenteuer gelingen.


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Klimawandel

An Bord befindet sich eine Gruppe von Seeleuten und Energieexperten. Im Dialog mit Menschen vor Ort sollen Best-Practice-Beispiele aufgezeigt und Perspektiven sowie Lösungsvorschläge erörtert werden. Die Crew dokumentiert, spricht mit Wissenschaftlern, Projektleitern und Forschern, aber auch Jägern und Fischern vor Ort.

Die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich am Beispiel Grönland exemplarisch und für alle Menschen verständlich darstellen. In Film- und Bildbeiträgen, die über die Sozialen Netzwerke verbreitet werden, sollen Veränderungen in der Natur gezeigt werden - und gleichzeitig positive Ansätze zur Lösung des Problems dargestellt werden.

Ausgangspunkt der Expedition ist Hamburg. Von dort aus geht die Reise mit einem Zwischenstopp auf einer Nordsee-Insel, sowie dem Besuch eines Offshore Windparks, durch die Nordsee, zu den Shetland Inseln, den Faröer, Island bis nach Grönland .- allesamt Inselgemeinschaften mit unterschiedlichen Problemstellungen und Lösungsansätzen. Von Grönland führt der nächste Expeditionsabschnitt weiter in die kanadische Arktis.

Schon jetzt verfügen einige arktische Gemeinden über einen vergleichsweise hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Wie sehen die technischen Lösungsansätze vor Ort aus? Wo liegen die Probleme? Wie stehen die Menschen zu den Umwälzungen? Wie kann man eventuell Kooperationspartner finden, die vor Ort technische Lösungsansätze generieren? Dazu soll es Kooperationen mit Energieunternehmen, Stiftungen und Regierungsvertretern geben.


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Plastikmüll

Drei Viertel des Meeresmülls bestehen aus Plastik. Dieses Plastik ist ein ständig wachsendes Problem, kostet jedes Jahr zehntausenden Tieren das Leben und gefährdet auch uns Menschen. Denn bis zur völligen Zersetzung von Plastik können 350 bis 400 Jahre vergehen. Zunächst zerfällt es lediglich in immer kleinere Partikel. Im Meer sind gerade diese kleinen Partikel ein großes Problem, da sie von den Meerestieren mit Plankton verwechselt werden. So konnten in Muscheln, die Planktonfiltrierer sind, diese kleinen Plastikteilchen nachgewiesen werden.

Auch herrenlose Fischernetze, sogenannte Geisternetze, werden immer öfter zur tödlichen Falle für viele Meeresbewohner. Geisternetze können sozusagen unendlich weiter fischen. Sie verfangen sich auch häufig in Korallenriffen und sind dort nicht nur eine Gefahr für Fische und Meeressäuger, sondern schaden außerdem die Riffstruktur.

Mittels Unterwasservideos sowie Tauchgängen und Untersuchungen an Land soll untersucht werden, wieweit sich der Plastikmüll an der Westküste Grönlands nachweisen lässt.


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Abenteuer

Das Expeditionsschiff wird soweit nach Norden segeln, wie es die Eislage erlaubt. Der Smith Sound, der Grönland von Kanada trennt, wird wegen der äußerst schwierigen Eislage nur sehr selten von Schiffen befahren. Die "Dagmar Aaen" ist für diese Aufgabe bestens gerüstet, Die großen Gletscherströme an der grönländischen Westküste werden durch den Klimawandel maßgeblich beeinflusst. Anhand alter Fotodokumentationen im Abgleich mit den aktuellen Aufnahmen sollen Veränderungen dokumentiert werden. Begehungen der Gletscher werden zusätzliche Eindrücke vermitteln. Die Route der "Dagmar Aaen" wird anschließend im September 2018 an der kanadischen Küste entlang zunächst südwärts führen. Jahreszeitlich bedingt wird es dort zu schwierigen Eis- und Wetterbedingungen kommen. Schiff und Crew sind darauf vorbereitet. Trotzdem wird es eine navigatorische und abenteuerliche Herausforderung werden, die manche Überraschung für die Crew bereithalten wird.


Ausblick und Folgeprojekte

Das Schiff wird, von einer kleinen Crew bewacht, den Winter in der kanadischen Provinz Nova Scotia verbringen. Dort kann das Schiff für die nächste Etappe überholt und eventuelle Schäden am Schiff behoben werden. Im Sommer 2019 wird die Expedition fortgesetzt und wieder Kurs Nord nehmen. dabei wird schwerpunktmäßig die kanadische Arktis in Augenschein genommen.


Der Start der neuen Expedition steht unmittelbar zuvor - die "Dagmar Aaen" ist gestern bereits in Hamburg angekommen. Vom Flensburger Museumshafen ging es durch den NOK über Brunsbüttel in den City Sporthafen Hamburg. Von dort wird die alte Dame morgen wieder aufbrechen...
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Fr 1. Jun 2018, 18:11

Expeditionsstart
Bei bestem Wetter verließ der Haikutter am 30. Mai den City-Sporthafen Hamburg ...

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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon Ludmila » Sa 2. Jun 2018, 07:20

Viel Erfolg!
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Sa 2. Jun 2018, 10:18

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Das erste Reiseziel haben wir erreicht - die einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland. Vom Besuch des Schülerlabors des AWI und der Situation der Basstölpel vor Ort ...

‹ 01.06.2018: Helgoland

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir unser erstes Reiseziel erreicht: Helgoland. Deutschlands einzige Hochseeinsel. Auf den 94 Seemeilen vom Ablegen in Hamburg bis zur Westkaje im Südhafen von Helgoland regte sich kein Lüftchen. Das Holzdeck der "Dagmar Aaen" musste sogar ständig gewässert werden. Hitze, Sonneneinstrahlung und Trockenheit sind Gift für die sechs Zentimeter starken Decksplanken aus Oregonpine, denn das Holz trocknet aus, zieht sich zusammen und die mit Werg und Teer gefüllten Fugen reißen auf. Und das kann für die Crewmitglieder in den Oberkojen schlimmstenfalls bedeuten, dass es "reinregnet". In diesem Wissen wurde das Deck komplett feucht gehalten, unter Deck blieb es trocken.

Während der Überfahrt nutzte Arved die Zeit, um der Crew die obligatorische Sicherheitseinweisung zu geben. Vom Gebrauch der diversen Feuerlöscher, über die Nutzung der Sicherheitssender an unseren hoch modernen Secumar Schwimmwesten bis zur Einstiegstechnik in die Rettungsinsel unseres Schiffes - jeder Aspekt wurde ausführlich angesprochen, Fragen beantwortet und mögliche Szenarien durchgespielt. Das Thema Sicherheit soll und muss auf einer Expedition eine ganz zentrale Rolle spielen. Einmal mehr wurde der Gegensatz zwischen unserer Form des Reisens und moderner Personenbeförderung deutlich: Während die "Dagmar Aaen" mit fünf Knoten Geschwindigkeit Richtun Helgoland lief, überholte uns der "Halunderjet" (die Fähre zwischen Hamburg und Helgoland) mit satten 34,7 Knoten.

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Vor Ort fanden bereits die ersten Programmpunkte der "Ocean Change"-Expedition statt. In der Außenstelle des Alfred Wegener Instituts (AWI) konnte sich die Crew das sogenannte Schülerlabor anschauen. Dort werden Jugendliche auf die Problematik des Plastikmülls in den Meeren aufmerksam gemacht. In der Praxis heißt das zum Beispiel, dass am Strand Abschnitte definiert und vermessen werden, um in diesen Sektionen Plastikmüll zu sammeln, zu protokollieren und dann natürlich fachgerecht zu entsorgen.

Welche dramatischen Konsequenzen der Plastikmüll für die Vogelwelt haben kann, zeigten uns Mitglieder des Vereins Jordsand: In den Felsen von Helgoland gibt es eine Basstölpel-Kolonie. Die Vögel haben es sich im Laufe der Zeit angewöhnt, als Nestbaumaterial Plastikfasern aus "Dollyropes" zu nutzen. Diese Grundanhänge von Schleppnetzen reißen oft ab, werden angeschwemmt und dann von den Basstölpeln aufgepickt. Ganze Nester werden aus Plastikfasern gebaut und immer wieder kommt es vor, dass die Tiere nicht nur das Plastik fressen, sondern sich in den Felsen mit den Fäden selbst strangulieren und elendig verenden.
Matze Steiner

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Die nächste Station unserer Reise nach Norden ist der Offshore Windpark "Butendiek", 20 Seemeilen westlich von Sylt.

Wir bieten ab sofort zwei Arten unseres Logbuches an -
traditionell auf unserer Website (https://www.arved-fuchs.de/expeditionen/turn-page/1223)
und ab sofort neu via Travelmap (https://arved-fuchs.travelmap.net/posts/helgoland)
UliS
 
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » So 3. Jun 2018, 12:09

‹ Logbuch
02.06.2018: Besuch bei der DGzRS ›

Die "Dagmar Aaen" als maritime Botschafterin. Wo immer wir mit dem Haikutter festmachen, kommen wir über das Schiff mit den Menschen ins Gspräch. Auch auf Helgoland. Touristen lesen interessiert das umfangreiche Info-Plakat, auf dem die Daten der "Dagmar Aaen" und die Expeditionen beschrieben sind. Aber auch Seeleute von anderen Schiffen besuchen uns, stellen Fragen oder bieten Hilfe an. Als wir im Südhafen von Helgoland Probleme haben, Landstrom zu bekommen, ist sofort die Crew der neben uns festgemachten "Thor" zur Stelle. Der Kapitän des Ölbekämpfungsschiffes aus Niedersachsen erklärt uns, der Generator auf seinem Schiff müsse den ganzen Tag laufen. Und ob da nun noch ein kleines Segelschiff zusätzlich an der Stromversorgung hänge, mache den Kohl auch nicht fett.

Schnell ist eine Kabelverbindung aufgebaut und wir bekommen unseren Strom. Oder die Mannschaft der "Capella". Die verfolgt unsere Reise im Netz und freut sich, zufällig einen Liegeplatz direkt neben der "Dagmar Aaen" zugewiesen zu bekommen. Mit einer liebevoll gestalteten Urkunde als Gastgeschenk besuchen uns zwei Vertreter der Mannschaft. Darauf wird uns eine erfolgreiche Expedition gewünscht, der Text ist mit den Unterschriften aller Crewmitglieder versehen - eine tolle Geste. Nach einer Schiffsbesichtigung bei uns folgt der Gegenbesuch auf dem mit Computertechnik vollgestopften Vermessungsschiff aus Rostock. Mein persönliches Highlight sind immer die Treffen mit den Freunden der DGzRS. Auf Helgoland ist die größte Einheit der Lebensretter stationiert, die fast 50 m lange "Hermann Marwede". Arved kennt deren Crew von früheren Besuchen auf der Insel.

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Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, als wir das Schiff in all seinen Einzelheiten erklärt bekommen. Die Feuerlösch-Einrichtungen, der medizinische Bereich, Brücke und Maschinenraum haben gigantische Dimensionen. Beim Gegenbesuch kommen allerdings auch die Lebensretter ins Staunen - darüber, wie man auf einem vergleichweise kleinen Segler so große Mengen Technik, Sicherheitsausrüstung und Proviant unterbringen kann. Zum Abschluss bietet uns die Crew der "Hermann Marwede" an, uns mit Trinkwasser zu versorgen. Ein perfekter Service, den vor der Weiterreise müssen wir unseren Wasservorrat noch auffüllen. Also geht die "Dagmar Aaen" längsseits beim Seenotrettungskreuzer. Ein Wasserschlauch wird übergeben und ruckzuck sind unsere Tanks wieder voll.

Tim Frank, unser Kameramann, bekommt noch eine ganz besondere "Rundfahrt". Auf der "Hermann Marwede" wird die Heckklappe geöffnet und das Power-Beiboot "Verena" zu Wasser gelassen. Tim geht dort an Bord und kann spannende Filmaufnahmen von "alt" und "jung" machen. Unterschiedlicher können zwei Wasserfahrzeuge nicht sein: Hier das traditionelle Segelschiff, da der ultramoderne Seenotrettungskreuzer. Beeindruckende Bilder entstehen. Bei der Abreise eskortiert uns das Beiboot "Verena" und verabschiedet sich dann mit einer Umrundung der "Dagmar Aaen" unter full speed.

Wir stehen applaudierend an Deck. Danke, dass es Euch gibt, liebe DGzRS.

Matze Steiner
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon Eva » So 3. Jun 2018, 13:06

Sehr interessant!
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Mi 6. Jun 2018, 22:15

6 Jun 2018 | Butendiek - Quelle

Nach einer spannenden Zeit auf Helgoland ging es im Anschluss direkt in den ca. 30 Seemeilen vor Sylt gelegenen Offshore-Windpark "Butendiek". In toller Zusammenarbeit mit der Deutschen Windtechnik, dem Betreiber des Windparks, hatten wir nicht nur die Möglichkeit in den Windpark einzufahren und uns etwas umzuschauen, sondern wir wurden vom Crew Transver Vessel (CTV) auf der "Dagmar Aaen" abgeholt.

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Caro, Kristian und Tim haben im Vorwege in Zusammenarbeit mit der Deutschen Windtechnik alle nötigen Zertifikate und Sicherheitsanforderungen vollbracht, um vom CTV auf die Umspannstation zu steigen.

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Insbesondere der Überstieg vom Schiff auf die Windenergieanlagen oder auch die Umspannstation wird unter hohen Sicherheitsvorkehrungen vollzogen. Dazu gehören neben den umfangreichen Zertifikaten natürlich die gesamte persönliche Schutzausrüstung einschließlich Steigschutzsicherung und bei kalten Wassertemperaturen sogar ein Überlebensanzug. Wir hatten jedoch das Glück, dass die kritische Wassertemperatur bereits überschritten wurde und wir so in „verhälnismäßig luftiger Kleidung“ übersteigen konnten.

Auf der Plattform angekommen, haben wir eine ausführliche Besichtigung der gesamten Plattform mit all seiner technischen Einrichtungen erleben dürfen. Geführt von Mitarbeitern der Deutschen Windtechnik durften wir so insbesondere die nur schwer vorstellbaren Ausmaße der Umspanntravos und sämtlicher Redundanz und Sicherheitstechnik kennenlernen. Diese technischen Ausmaße so weit draußen in der Nordsee haben uns sehr beeindruckt.

An dieser Stelle nochmal einen ganz herzlichen Dank an die Deutsche Windtechnik für die Möglichkeit der Besichtigung und die tolle Betreuung sowie an den das CTV von Mainprize Offshore Limited.
Krischan Reincke
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » Fr 8. Jun 2018, 09:53

Alltag auf See - Quelle

Die Bordroutine auf der "Dagmar Aaen" ist geprägt vom Wachsystem. Vier Stunden Wache, acht Stunden frei. Das ist der Rhythmus eines Schiffes. Jan und Matze sind von 0 bis 4 Uhr für die "Dagmar Aaen" verantwortlich (und von 12 - 16 Uhr), dann folgen Thomas Hillebrand und Peter von 4 - 8 Uhr (16 - 20 Uhr) und den zeitlichen Kreislauf vervollständigen Arved und Thomas Dietz von 8 bis 12 Uhr (20 - 24 Uhr). Tag für Tag. Während der Wache geht es darum, zu navigieren, zu steuern, Ausschau nach anderen Fahrzeugen zu halten und die Segelstellung den sich ändernden Windverhältnissen anzupassen. Da ist körperliche Arbeit angesagt.

Elektrische oder gar hydraulische Winschen gibt es auf der "Dagmar Aaen" nicht. Alles wird in Handarbeit erledigt. Entsprechend zerschunden sind die Hände schon nach wenigen Tagen. Das raue Tauwerk und das Salzwasser strapazieren die Haut. Eine gute Hautcreme wie der "Wind und Wetter Balsam" von HIPP ist da kein Luxus, sondern wirklich sinnvoll, um arbeitsfähig zu bleiben.

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Neben dem Wachrhythmus ist die Verpflegung ein bestimmendes Thema an Bord. Nur wer gut gegessen hat, kann auch gut arbeiten. Berge von Proviant sind vor der Reise an Bord verstaut worden. Bis in den hintersten Winkel der "Dagmar Aaen" stapeln sich Tüten mit gefriergetrockneter Trekking Nahrung, Konservendosen, Mehl, leckere Gewürze und ein wichtiges Lebenselexier für Seeleute: Kaffee und Tee. Ohne diese beiden Getränke geht gar nichts an Bord. Ein heißer Becher Tee auf der Nachtwache lässt die oft langen Stunden in Kälte und Nässe erträglich werden. Dank der Produkte von LEBENSBAUM haben wir diverse Geschmacksrichtungen zur Auswahl. Arved schwört zu jeder Tageszeit auf starken Kaffee. Auch hier sind wir mit dem Gourmet Kaffee von Lebensbaum bestens versorgt.

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Stichwort Proviant: In den letzten Tagen ist recht wenig verbraucht worden. Der Grund: Appetitlosigkeit. Im Gegensatz zu den langen, rhythmischen Atlantikwellen, kann sich auf der Nordsee eine recht kurze, steile See aufbauen. Und die haben wir voll erwischt. Nicht der Wind ist das Problem, sondern die alte "alte" Dünung eins früheren Sturms. Bis zu drei Meter hohe Seen lassen die "Dagmar Aaen" schwer stampfen und rollen. Nicht jedem Magen gefällt das. Reihenweise wird "Fischfutter" verteilt. Auch das gehört leider dazu. Aber in ein paar Tagen werden der Crew die nötigen Seebeine gewachsen sein.

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Probleme mit den äußeren Bedingungen hatte auch ein Überraschungsgast bei uns. Rund 25 Seenmeilen westlich von Sylt landete eine Taube an Deck. Waltraud (der Name ist frei erfunden) war völlig erschöpft und versuchte, sich in windgeschützten Ecken an Bord zu verstecken. Ringe an beiden Beinen ließen uns vermuten, dass es bei Waltraud um eine Brieftaube handeln könnte. Ihr Zustand war alles andere als ermutigend und so befürchteten wir, dass sie den nächsten Tag nicht mehr erleben würde. Aber am folgenden Morgen war sie immer noch da und Waltraud änderte ihre Taktik. Nun suchte sie unsere Nähe und hielt sich immer direkt bei unseren Füßen auf. Das gab uns die Möglichkeit, den Vogel zu versorgen. Bei Müsli und Frischwasser ließ Waltraud sich nicht zweimal bitten und langte zu. Schon am Nachmittag schien sie wieder bei Kräften zu sein. Nach zwei kurzen Flugrunden ums Schiff startete sie endgültig zu neuen Zielen und verschwand am Horizont.

Matze Steiner


01 Übersicht über die Tour in Helgoland
youtube.com: https://www.youtube.com/watch?v=OdNDfAx ... e=youtu.be
Erste Etappe Expedition "OCEAN CHANGE - Helgoland
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Re: Von Hamburg in die Arktis: Arved Fuchs startet Expeditio

Beitragvon UliS » So 10. Jun 2018, 23:02

10.06.2018 Shetlands - Quelle

Das kleine Anwesen an der Commercial Street in Lerwick auf den Shetland Inseln hat es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Genauer gesagt, die Garage auf dem Grundstück. Noch genauer, das Dach der Garage. Das ist auf Fotos zu sehen, die man im Shetland Museum finden kann. Und ein französischer Wissenschaftler hat einmal ein Buch geschrieben über Garagendächer, ist dazu extra vorbei gekommen und hat Fotos von der Garage gemacht, erzählt uns der Besitzer stolz. Warum? Ganz einfach. Das Garagendach ist ein umgedrehtes Boot! Ein typisches, acht Meter langes Shetland-Fischerboot, das von vier Seeleuten gerudert wurde.

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Auf den Shetland Inseln und in Frankreich gibt es diese Konstruktionen öfter. Bevor ein altes Boot am Strand vergammelte, nahm man es lieber her und gab dem hölzernen Rumpf eine neue Bedeutung. Auch in unserem Fall war das so. Das teer-schwarze Boot wurde zuerst als Fischereifahrzeug genutzt, bekam Anfang des letzten Jahrhunderts einen kleinen Motor und diente bis zur Außerdienststellung in den 60er Jahren als Postboot, das zwischen den Inseln verkehrte. Und nun ist es eben die imposante Bedachung der Garage in der Commercial Street.

Direkt neben der Garage führt eine Natursteintreppe 13 Stufen hinunter zum "Leog Beach". Auf dem nur 100 Meter langen und 14 Meter breiten Strand (eingepfercht zwischen Klippen) fertigen wir ein weiteres Müllprotokoll an. 955 Gramm Plastik sammeln wir ein. Netz-Bestandteile, Plastikkrümel, ein paar Tonscherben und zwei Kühlpacks. Alles wird genau notiert. Der Strand ist vergleichsbar sauber. Kein Wunder, erklärt uns der Garagenbesitzer. Vor zwei Wochen fand auf den Shetlands gerade die alljährliche Müllsammel-Aktion statt. Dabei schwärmt die gesamte Bevölkerung der Inseln an die Strände aus und sammelt an einem Wochenende alles ein, was dort angeschwemmt oder hineingeworfen wurde (keepscotlandbeautiful.org). In diesem Jahr kamen dabei 60 Tonnen (!) Müll zusammen.

Lerwick Boating Club

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Zudem liegt der "Leog Beach" an einem strömungsreichen Gebiet, wodurch viel Unrat vom Wasser davon gespült wird. Ein paar hundert Meter stadteinwärts liegt der "Lerwick Boating Club". Ein altes Sandsteingebäude direkt am Wasser, mit eigener Steganlage und großer Terrasse. Neben den Seglern trainieren hier auch diverse Ruderer. Im Keller des Clubhauses dürfen wir eine heiße Dusche genießen. Und es gibt eine Münz-Waschmaschine. Die entwickelt sich quasi zu unserem Fitnessprogramm, denn um eine Ladung Wäsche zu reinigen, muss man dreimal wieder zum Boating-Club laufen, um eine Ein-Pfund-Münze nachzuwerfen ...

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Lerwick selbst ist der Hauptort der Shetlands. Die bitterarme Region kam in den 80er Jahren zu einem gewissen Wohlstand, weil dort Ölvorkommen gefunden wurden und eine riesige Lager- und Verladestation aufgebaut wurde, was den Shetlands Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bescherte. Wir liegen mit der "Dagmar Aaen" direkt im Zentrum der Stadt. Von hier ist es nicht weit zu "Malackoff", dem zentralen Schiffsausrüster. In einem rot gestrichenen, heruntergekommenen Holzgebäude tut sich ein kleines Paradies für Segler auf. Denn der Laden ist sehr gut sortiert. Es gibt maritime Ersatzteile aller Art. Wir schlagen zu und kaufen Schäkel, Karabiner, Augbolzen und Tauwerk. Daraus entsteht an Bord eine eigenwillige Konstruktion unter den Davits, an denen schaukelnd unser Schlauchboot hängt.

Dank der neuen Spannvorrichtungen ist das Dinghi fortan gut gesichert für unseren weiteren Weg Richtung Norden.
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