Wuppertal - Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid

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Re: Wuppertal - Bonobo Bili

Beitragvon Gaby » Fr 25. Jan 2019, 12:08

Liebe Ludmilla,
ja, das ist wirklich eine ganz große Tragik, die da gerade vor sich geht. Es belastet uns Zoofreunde, aber auch die
Pfleger enorm. Die Angelegenheit ist nun schon deutschlandweit bekannt. Mehrere Zeitungen berichteten, und gestern
gab es sogar einen Beitrag im Magazin "Brisant".
"Monkey World" ist wohl leider keine Option, da es dort keine Bonobos gibt. Im Augenblick ist leider nicht bekannt,
ob es überhaupt Auffangstationen für Bonobos gibt. Es gibt sie für andere Menschenaffen, wie Orang Utans, Gorillas
oder auch Schimpansen, aber Bonobos ??
Es sind hauptsächlich die 7-jährigen Zwillinge, die Bili ständig ärgern, trampeln auf ihm herum etc., dann brüllen sie, und die Mutter und die Tanten eilen ihnen "zu Hilfe" , da sie glauben, Bili hätte sie angegriffen. Und dann bekommt Bili die Prügel, obwohl e r überhaupt nichts gemacht hat. Er ist selbst den Zwillingen gegenüber total unterwürfig.
Hilflos und traurig bangen wir täglich, wie dieses Drama wohl zu Ende gehen mag..... [heul]
Gaby
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Re: Wuppertal - Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid

Beitragvon UliS » Fr 25. Jan 2019, 12:16

Affenstreit in Wuppertal :
Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid im Zoo

Bild
Das Bonobo-Männchen Bili liegt mit Bisswunden im Zoo.
Foto: dpa/Claudia Otte

Wuppertal Die Attacken von Artgenossen auf den Bonobo-Affen Bili im Wuppertaler Zoo haben Mitleid und Empörung ausgelöst. Es ist unklar, ob er integriert werden kann.

Bili war im November aus Frankfurt nach Wuppertal gekommen und sollte dort Nachwuchs zeugen. Der zehnjährige Menschenaffe wird von seiner neuen Gruppe bislang aber nicht akzeptiert, sagte Zoo-Kurator Severin Dreßen am Mittwoch. „Das ist keine schöne Entwicklung, aber etwas ganz Normales. Es kann in diesen Gruppen sehr ruppig zugehen.“

Fotos zeigen Bili blutend mit Bisswunden, ein Teil seines Ohres fehlt. „Das ist nicht schön anzusehen. Keinem gefällt das“, sagte Dreßen. Das Auftreten von Aggressionen und Verletzungen sei bei einzelnen Bonobo-Männchen, die in ein neues - von den Weibchen dominiertes - Sozialgefüge treffen, aber erwartbares Verhalten.

Da Bili von seiner Mutter verstoßen worden war und diese ihm als Verbündete fehlt, sei seine Stellung besonders schwach. Man habe mit Umbauten versucht, die Aggressionen zu verringern und die Integration zu unterstützen, hieß es. Noch sei unklar, ob Bili von der neuen Gruppe doch noch akzeptiert wird. Es seien in den vergangenen Tagen aber positive Anzeichen erkennbar.
(top/dpa) - RP Bonobo Bili
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Re: Wuppertal - Bonobo Bili

Beitragvon Ludmila » Fr 25. Jan 2019, 12:22

Gaby
Ich verfolge die Geschichte bei FB. Petra Bente hat an "Monkey World" geschrieben und eine Antwort bekommen. Sie wären bereit Bili mit anderen "species" unterzubringen. Es ist schwer zu sagen ob das gut gehen wird. Leider im Zoo Wuppertal funktioniert auch nicht wirklich. Es tut mir sehr leid um Bili.
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Re: Wuppertal - Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid

Beitragvon UliS » Fr 25. Jan 2019, 12:25

Danke Gaby für Deine Infos, wir haben in Apenheul eine große Gruppe Bonobo gesehen, vielleicht können sie helfen.
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Re: Wuppertal - Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid

Beitragvon Gaby » Fr 25. Jan 2019, 12:57

Liebe Ludmilla, liebe Uli,
ich glaube, dass am Ende das EEP die Entscheidung treffen muß, bzw. die Zustimmung geben muß, ob und wohin Bili ggflls. kommen könnte, denn es war das EEP, das entschieden hat, dass Bili aus Frankfurt nach Wuppertal kommen sollte, da man ja dort ein zuchtfähiges Männchen gesucht hatte. Daher hat das EEP wohl die "Fäden in der Hand".
Die Frage wäre, ob das EEP dann zustimmen würde, dass Bili mit anderen "Species", zusammenkommen darf, wenn es sich
hier nicht um Bonobos handelt. Dies ist alles für uns Laien sehr schwierig zu beurteilen. Bili müßte sich auch erst mal
von seinen Wunden erholen - er bekommt ja seit einiger Zeit Antibiotika, was ja auf Dauer auch nicht gut ist für die Organe.
Falls Petra Bente da eine wirklich gute Lösung hat, dann sollte sie es in Ruhe mit dem Zoo und vielleicht auch EEP besprechen. Fürs konstruktive Lösungen ist der Zoo vielleicht offen und sogar dankbar.
Gaby [tschuess]
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Re: Wuppertal - Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid

Beitragvon Ludmila » Fr 25. Jan 2019, 14:07

Gaby
Ich habe mir die Situation noch Mal überlegt und wundere mich über EEP und den Zoo Wuppertal. Bili ist Handaufzucht ohne Mutter, die ihn schützen würde. Wie konnte man ihn in eine Gruppe mit den munteren Zwillingen, die von der Mutter geschützt werden, setzen können? Es wird meistens geschrieben, dass die Fachleute wissen, was sie tun. Leider die meisten Fehlern werden auch durch die Fachleute verursacht.
Ich hoffe für Bili wird eine richtige Entscheidung getroffen.
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Re: Wuppertal - Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid

Beitragvon UliS » Fr 25. Jan 2019, 14:25

24. Januar 2019
Medien-Echo, Tierwohl - Grüner Zoo Wuppertal: Stellungnahme zur Eingewöhnung eines Bonobos

Erschienen auf der Facebook-Seite des Grünen Zoo Wuppertal am 24.01.2019 - Quelle

Die Eingewöhnung eines Bonobo hatte für Schlagzeilen gesorgt, die die Vorgänge stark desinformierend und dramatisierend darstellten. Der Zoo Wuppertal klärt in dieser Sache auf.

Stellungnahme zur Eingewöhnung eines Bonobos

Kommentar: Es ist schon bemerkenswert, was diese Meldung der BILD-Zeitung für Wellen schlug. Ein Bild, auf dem die Wunden deutlich schlimmer aussahen als in der Realität, machte die Runde, eine Petition wurde gestartet – das alles kann defizitäre Berichterstattung bewirken. Wie sieht nun die Realität aus? Deutlich weniger dramatisch. Es ist schlicht zu erwarten, dass so etwas geschieht, denn natürlich findet man so etwas auch in der Natur. Dort schrecken Schimpansen, sowohl die Gemeinen, als eben auch die Zwergschimpansen, auch nicht davor zurück Gruppenmitglieder oder fremde Schimpansen umzubringen. Das blendet eine zutiefst naturentfremdete Gesellschaft, die die Tiere nur als süße Menschen mit Fell kennen lernt, aus. Deshalb sorgen solche Meldungen für so einen Aufschrei.

Die Experten aus Wuppertal, Frankfurt und Stuttgart, sowie anderer Mitgliederzoos des EEP handhaben diesen Umstand sehr professionell und berichten von positiven Vorzeichen für die Vergesellschaftung, betonen aber auch, dass man eben nicht in die Zukunft blicken kann und nicht jetzt schon weiß wie das Ergebnis aussehen wird. Das Tier wird veterinärmedizinisch versorgt und wird von den Experten vor Ort gepflegt. Es macht also Sinn sehr beruhigt und besonnen auf diese Panikmache der Medien und unseriöser NGOs zu reagieren.

Sicher läuft die Vergesellschaftung nicht ideal, aber das liegt nicht am Zoo oder den Experten, die den Prozess begleiten, sondern an der Natur von Schimpansen bzw. in diesem Fall den Zwergschimpansen oder Bonobos. Natürlich melden sich nun auch wieder die Zoogegner zu Wort und schwingen sich zu Experten auf, die sie nicht sind, um Kapital aus den Vorgängen zu schlagen. Deren Darstellung hat natürlich mit der Realität nichts zu tun. Diese Leute sind gegen Zoos oder die Haltung bestimmter Arten in Zoos und versuchen nun durch solche Märchen, die Haltung schlecht zu machen.

Die Experten, die mit dem Tieren arbeiten, sie am besten kennen und professionell seit etlichen Jahren versorgen, haben bereits jahrzehntelange Erfahrung in der erfolgreichen Haltung und besonders auch der Vergesellschaftung von Bonobos. An dieser Stelle werden sie die richtigen Entscheidungen treffen und sind auch die einzigen, die qualifiziert zu diesem Fall informieren können. Es täte auch dem Journalismus und seine Glaubwürdigkeit gut, wenn jetzt nicht irgendwelche Hirngespinste in Umlauf gebracht würden, diese jeder Kenntnis der Faktenlage entbehren. Das ist natürlich nur ein frommer Wunsch, denn viele unseriöse Journalisten werden gegenteilig handeln und NGOs, die gegen Zoos sind, mit Pseudo-Experten heranziehen, die wieder jede Geschichte brav abnicken, so lange sie ihrem Zoohass frönt.
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Re: Wuppertal - Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid

Beitragvon Brigli » Fr 25. Jan 2019, 18:48

Einige von uns waren ja nun da, ich habe oft grosses Geschrei gehoert bei den Bonobos. Eine Frau die ich immer dort sehe , war sehr besorgt und als wieder grosses Aufschrei bei den Bonobos war, kam auch sofort ein Pfleger gucken und versuchte von aussen aus, sich einzumischen
Es erinnert mich doch sehr an Berlin, als man den mit Hand aufgezogenen Knut zu den drei Maedels ins Gehege schickte

Ich habe die Petition unterschrieben obwohl ich nicht mit allem was darin stand einverstanden war. Ich kann doch nicht sagen, wo der Zoo ein Tier hinzuschicken hat, zumal ich die Gehege dort nicht kenne .

EEP wird das schon machen....... was ich schon lange bezweifle denn ich frage mich, ob sie , wenn sie ein Tier in einen anderen Zoo schicken, ob sie sie diesen jemals vorher besucht haben oder ob alles nur hinter einem Buerotisch bestimmt wird.

Ansonsten beteilige ich mich bei Facebook nicht an der Hetzerei gegen den Zoo Wuppertal, die meisten Kommentare gehen schon lange mit Auesserungen und Beschimpfungen unter die Guertellinie , wie so vieles bei Facebook (wehe, wenn sie losgelassen )

Womit ich aber nicht einverstanden bin, dass man eventuell in Erwaegung zieht, den Bonobo einzuschlaefern

Es ist schon schlimm, vorallendingen auch weil dem Zoo Wuppertal sicherlich die schlechte Kritik nicht guttut

Es muss schnellstens eine gute Loesung fuer den Bili gefunden werden, ich meine sowieso, es sind dort viel zu viel im Gehege.
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Re: Wuppertal - Zerbissener Bonobo Bili erregt Mitleid

Beitragvon Birgit » Fr 25. Jan 2019, 19:31

es ist einfach traurig
es ist schon traurig genug wie Bili aussieht, die Fotos lügen ja nicht [heul]
ich hoffe man findet für ihn ein Platz bevor noch was schlimmeres passiert
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