48.000 Tonnen Mikroplastik jährlich im Abwasser

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48.000 Tonnen Mikroplastik jährlich im Abwasser

Beitragvon Anita » Di 9. Okt 2018, 13:38

48.000 Tonnen Mikroplastik und gelöste Polymere gelangen jährlich ins Abwasser

977 Tonnen Mikroplastik und 46.900 Tonnen gelöste Polymere gelangen jährlich in Deutschland allein aus Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln (WPR) ins Abwasser.
Das sind Ergebnisse einer Studie, die vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT im Auftrag des NABU erhoben wurden.

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In Reinigungsmitteln wird mit 55 Tonnen wesentlich weniger partikuläres Mikroplastik eingesetzt als in Kosmetik. Dafür liegt die Eintragsmenge an gelösten Polymeren mit 23.200 Tonnen ähnlich hoch.

Kläranlagen können die Inhaltsstoffe nicht vollständig abfangen, daher gelangt Mikroplastik trotz Abwasserreinigung in unsere Gewässer.

Über den Klärschlamm gelangen auch zurückgehaltene synthetische Polymere auf landwirtschaftliche Flächen.
In den Flüssen, aber auch insbesondere im Meer, ist Mikroplastik inzwischen allgegenwärtig und wurde bereits in Krebsen, Muscheln und Fischen nachgewiesen.

Seit dem Problem öffentliche Aufmerksamkeit zukommt, ist auch Mikroplastik in Kosmetik ein großes Thema.
Häufig werden als Beispiel synthetische Reibkörper in Peelingprodukten genannt.
Mikroplastik hat aber auch andere Funktionen in den Produkten, etwa als Füllstoff, Trübungsmittel und Filmbildner.
Mikroplastikpartikel können dabei so klein sein (sogar im Nano-Bereich), dass sie für das Auge unsichtbar sind und sich auch nicht fühlen lassen.
Darüber hinaus werden synthetische Polymere nicht nur als Partikel, sondern auch in gelöster, gelartiger oder flüssiger Form von der Industrie verwendet.

Noch wissen wir nicht, was schwer abbaubare, wasserlösliche Polymere für Wirkungen in der Umwelt haben.

In Anbetracht dessen muss der Eintrag im Sinne des Vorsorgeprinzips minimiert werden.

Wie die bestehende gesetzliche Regulierungslücke bei Kosmetik sowie Wasch-, Putz und Reinigungsmitteln geschlossen werden könnte, beispielsweise durch ein Verbot von Mikroplastik sowie die Regulierung auch der gelösten Polymere über die EU-Chemikaliengesetzgebung, zeigt die NABU-Studie.
Ebenfalls umfassend aufbereitet wurde, welche besser abbaubaren Ersatzstoffe bereits eingesetzt werden.

Derzeit ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher kaum möglich, Mikroplastik und andere schwer abbaubare Inhaltsstoffe in Produkten zu erkennen.

Unterschiedliche Definitionen von Mikroplastik erschweren eine Kennzeichnung und die aktuellen Angaben zu den Inhaltsstoffen bieten Laien quasi keine Informationen.
Wir brauchen daher mehr Transparenz über schwer abbaubare Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten sowie in Wasch- und Putzmitteln.
Zertifizierte Naturkosmetik und Putzmittel mit Umweltkennzeichnungen wie dem Blauen Engel sind aus Umweltsicht die bessere Wahl, haben aber noch extrem geringe Marktanteile.

Für den Massenmarkt brauchen wir transparente und verständliche Informationen zu Inhaltsstoffen und Umweltaspekten wie zum Beispiel der Abbaubarkeit in Gewässern.

Unsere Schlussfolgerung aus der Studie: Ein EU-Verbot von Mikroplastik in Kosmetik und Reinigungsmitteln ist unumgänglich. Nur Mikroplastik als Reibkörper in Duschgel und Peeling zu verbieten, wie es manche Staaten verfolgen, greift viel zu kurz. Mikroplastik muss funktions- und produktübergreifend in Kosmetik und Reinigungsmitteln verboten werden und die Industrie muss schnellstmöglich auf besser abbaubare Ersatzstoffe umsteigen. Nationale Verbote können den Druck auf die EU erhöhen, sind aber nur eine Notlösung, da Flüsse und Meere keine nationalstaatlichen Grenzen kennen und die Hersteller für internationale Märkte produzieren.
Quelle: Nabu - 05.10.2018
Anita
 
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