Krefeld - Handaufzucht Hujan lebt jetzt bei Oma Lea

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Krefeld - Handaufzucht Hujan lebt jetzt bei Oma Lea

Beitragvon UliS » Mi 14. Jun 2017, 15:26

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Zoo Krefeld 14.06.2017

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Das Wichtigste vorab: Sungai und ihrem Sohn geht es den Umständen entsprechend gut. Das Jungtier muss bis auf Weiteres von unseren Tierpflegern aufgezogen werden.

Die ganze Geschichte: Die Freude war groß, als das 13jährige Orang-Utan Weibchen Sungai am 01. Juni ihr erstes Jungtier, einen gesunden Sohn, zur Welt brachte. Nachdem die Aufzucht zunächst unproblematisch verlief, musste das Zooteam vor einigen Tagen eingreifen. „Der Gesundheitszustand von Sungai wurde zunehmend schlechter und die Tierpfleger konnten nicht abschätzen, ob das Jungtier ausreichend versorgt wurde. Daher entschieden wir uns, Mutter und Kind von der Gruppe zu trennen und in die Schlaf- und Ruhegehege zu holen“, so Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen. Da sich Sungais Zustand trotz Medikamentengabe nicht besserte, wurde sie unter Narkose gründlich untersucht. „Es gab Anzeichen einer Gebärmutterentzündung mit Verdacht auf eine generalisierte Infektion“, so Zootierärztin Anna Grewer. Bei der Untersuchung wurde zudem festgestellt, dass das Jungtier stark dehydriert war. Die Zooleitung entschied sich, das Jungtier vorerst mit der Flasche aufzuziehen. „Hätten wir nicht eingegriffen, wäre das Jungtier sehr wahrscheinlich gestorben“, so Grewer.

Sungai erholt sich und wird nach ihrer Genesung zurück in die Krefelder Orang-Utan Gruppe gelassen. Ihr Sohn wird bis auf weiteres von den Tierpflegern umsorgt. Diese Form der Aufzucht soll aber nicht dazu führen, das Junge auf den Menschen zu prägen, so dass die Pfleger das Junge möglichst früh in die Gruppe zurückführen werden.

Bereits Sungais Mutter Lea, welche 1993 im Krefelder Affentropenhaus geboren wurde, musste mit der Flasche von den Tierpflegern aufgezogen werden. Sie wurde schnell in die damalige Gruppe integriert und zieht derzeit mit Suria (*05. Dezember 2016) ihr drittes Jungtier erfolgreich und selbständig auf. „Wir werden auf die wertvollen Erfahrungen mit Lea zurückgreifen und auch die Pfleger, welche an Leas Aufzucht beteiligt waren, in Entscheidungsprozesse einbeziehen. Es ist geplant, auch das Jungtier von Sungai so schnell wie möglich wieder in die Familiengruppe zu integrieren, was aber erst dann geschehen kann, wenn es einige Monate alt ist und es die Situation möglich macht. Die Entscheidungen wurden in enger Abstimmung mit dem Erhaltungszuchtprogramm getroffen“, so der Zoodirektor.
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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon Ludmila » Mi 14. Jun 2017, 15:37

Dann alles Gute für Sungai und für seine Mutter. Sie muss auch erst gesund werden.
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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon Eva » Mi 14. Jun 2017, 21:08

Alles Gute! Hoffentlich gibt es ein erfreuliches Ende der Geschichte!
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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon Rose » Mi 14. Jun 2017, 23:10

Alles Gute für Mama Sungai und ihrem Baby [brav] [herzig]
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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon Anita » Do 15. Jun 2017, 14:35

Gute Besserung für Mama und Kind [brav]
Da kann man mal sehen, wie viel Glück wir in München haben....
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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon Gaby » Mo 19. Jun 2017, 15:39

Wie schön, dass die Pfleger den Kleinen aufziehen [prima] . Hoffentlich geht alles weiterhin gut [ja] .
Ich drücke fest die Daumen.
LG
Gaby [tschuess]
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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon UliS » Fr 7. Jul 2017, 18:06

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NEUIGKEITEN VOM ORANG UTAN BABY

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Unser neues Dreamteam im Zoo: Tierpflegerin Eva Ravagni ist für die nächsten Monate die Mutter für Orang-Utan-Baby Hujan. Für die passionierte Tierpflegerin, die diese Aufgabe gerne übernimmt, bedeutet die Handaufzucht einen radikalen Einschnitt in ihr Privatleben. Um Hujan eine gesunde Sozialisation bieten zu können und die Gefahr einer zu starken menschlichen Prägung zu minimieren, muss Eva ihr Leben komplett auf den Kopf stellen. Bis Hujan wieder mit der Orang-Utan-Gruppe zusammengeführt wird, dreht sich alles um den Kleinen. Tatkräftig unterstützt wird Eva von ihren Kollegen und ihrer Familie. Allen Beteiligten gebührt daher der allergrößte Respekt und ein großes Dankeschön!

Orang Utan Handaufzucht entwickelt sich prächtig und wurde "Hujan" (malaiisch: Regen) genannt.

Sungais erster Sohn vom 1. Juni entwickelt sich sehr gut, nachdem sich die Zoomitarbeiter zu einer Handaufzucht entschlossen haben. Jetzt lebt der Kleine schon vier Wochen bei Tierpflegerin Eva Ravagni, die von ihrer Familie und ihren Kollegen bei der Aufzucht des Säuglings unterstützt wird. Rund um die Uhr kümmert sie sich um den inzwischen 2.600 Gramm schweren Nachwuchs.

Das Wichtigste ist die Gesundheit des Kleinen. Daher ist direkter Kontakt nur ganz wenigen Personen gestattet. Zu groß ist die Gefahr für Infektionen und die starke Gewöhnung an den Menschen. Aus Hujan soll einmal ein psychisch gesunder Orang Utan Mann werden. Daher nimmt Eva Ravagni ihn auch täglich mit zur Arbeit und bringt ihn mit seiner Familie in Kontakt. In sieben bis acht Monaten soll er dann wieder in die Familie eingegliedert werden.

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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon Ludmila » Sa 8. Jul 2017, 20:32

Alles Gute für Hujan. Er hat jetzt eine nette Ersatzmama.
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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon Rose » So 9. Jul 2017, 22:40

Alle guten Wünsche für Hujan [herzig] und seine Ersatzmama [prima]
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Re: Krefeld - Sungai's Junges wird von Pflegern aufgezogen

Beitragvon UliS » Di 15. Aug 2017, 12:19

Zoo 7. Juli 2017

Eine neue Mama für den Baby-Orang-Utan
Von Sarah Dickel

Wegen einer Infektion der Affen-Mutter hing das Leben des Neugeborenen am seidenen Faden. Nun wird es von seiner Tierpflegerin aufgezogen und im Zoo getauft.

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Wie Menschenbabys braucht auch der Orang-Utan-Nachwuchs Nähe. Die und das Fläschchen bekommt er von Ersatzmama, Tierpflegerin Eva Ravagni.
Dirk Jochmann

Krefeld. Neugierig schauen diese braunen Augen in die Welt. Den Daumen im Mund, klammert sich das Orang-Utan Baby ganz fest an seine Mama, während es gierig aus dem Fläschchen trinkt. Seine Mama, das ist seit vier Wochen Tierpflegerin Eva Ravagni.

Als Oran-Utan-Dame Sungai am 1. Juni das Affenbaby zur Welt brachte, sah alles prima aus. Beiden ging es gut, und das Jungtier entwickelte sich prächtig. Doch nach einer Woche verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Sungai und ihrem Sohn, der gestern auf den Namen Hujan getauft wurde, jedoch so sehr, dass Zootierärztin Anne Grewer das Muttertier in Narkose legen musste. Während Hujan stark dehydriert war, litt Mama Sungai an einer Infektion, die behandelt werden konnte.

„Der Kleine war so schwach, dass es um Leben und Tod ging.“
Petra Schwinn, Zoosprecherin

Die Lage war sehr ernst, wie Petra Schwinn, Sprecherin des Zoos Krefeld, erklärt: „Der Kleine war so schwach, dass es um Leben und Tod ging.“ Als seine eigene Mutter ihn nach der Narkose nicht mehr annahm, entschieden sich die Zoomitarbeiter für eine Handaufzucht. Innerhalb von nur drei Stunden wurde Tierpflegerin Eva Ravagni so zur Ersatzmutter.

Seit mittlerweile einem Monat lebt Hujan bei der Tierpflegerin und entwickelt sich prächtig, wie Ravagni berichtet: „Entweder schläft er bis zu 18 Stunden am Tag oder er trinkt seine Milch.“ Immer in ihrer Nähe. Entweder im Tragetuch oder in einem Körbchen ganz dicht neben ihrem Bett: „Da ähneln die Affenbabys den Menschenbabys sehr“, erklärt Zoosprecherin Schwinn das Bedürfnis nach Nähe. Im Gegensatz zu Menschen entwickeln sich Affenbabys aber schneller. „Er ist momentan am Zahnen und möchte am liebsten die ganze Zeit trinken oder auf seinen Fingern kauen“, berichtet Ersatzmutter Ravagni.

Damit der kleine Hujan aber seine Artgenossen nicht vergisst, besucht Ravagni jeden Tag gemeinsam mit dem Jungtier die Orang-Utans im Zoo. Oma Lea zeigt bereits großes Interesse an ihrem Enkelkind, genauso wie Suria, die am liebsten schon mit dem Neuling spielen würde. Mama Sungai dagegen hält sich im Hintergrund: „Da die anderen Orang-Utans aber sehr positiv auf ihn reagieren, denken wir, dass es mit der Wiedereingliederung, wenn Hujan sieben oder acht Monate alt ist, gut klappen wird“, hofft die Tierpflegerin. Bis es soweit ist, steht dem Jungtier und Eva Ravagni aber noch eine spannende Zeit bevor. Momentan trinkt Hujan alle drei bis vier Stunden, was bedeutet, dass Ravagni momentan auch nicht mehr als vier Stunden am Stück schlafen kann. In der Stadt Besorgungen zu machen sei momentan genauso wenig möglich wie soziale Kontakte zu pflegen: „Die Infektionsgefahr und das Risiko der Fehlprägung sind einfach zu groß“, erklärt Petra Schwinn. Deshalb habe auch noch niemand anderes außer Ravagni das Tier auf dem Arm gehabt: „Hujan muss lernen, dass er ein Tier ist“, so Schwinn weiter.

„Hujan muss lernen, dass er ein Tier ist.“
Petra Schwinn

Wenn Hujan anfängt, Obst und Gemüse zu essen, beginnt für Ravagni eine noch anstrengendere Zeit. Da die Jungtiere sich von den Müttern abschauen, was sie essen dürfen, muss die Tierpflegerin vor dem Affenbaby nur Obst und Gemüse essen: „Pizza gibt es dann erst mal nicht mehr“, so Ravagni lachend. Für Ravagni, die dem kleinen Orang-Utan währenddessen weiter das Fläschchen gibt, ist es allen Anstrengungen zum Trotz die richtige Entscheidung, den kleinen Hujan aufzuziehen: „Wenn man sich den Kleinen nur anschaut, weiß man, dass es das Richtige ist.“
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UliS
 
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