Die Geschichte des Charkiwer Zoos

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Die Geschichte des Charkiwer Zoos

Beitragvon UliS » Mo 14. Mai 2018, 11:32

mykharkov.info – 29. März 2018
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Die Geschichte des Charkiwer Zoos:
Bären mit Fettleibigkeit, Makaken in der Besatzung und eine neue Rekonstruktion

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Der Charkiwer Zoo ist der älteste und einer der größten Zoos in der Ukraine. Dort leben mehr als 360 Tierarten, von denen jede dritte vom Aussterben bedroht ist und Schutz braucht. Heute ist der Charkiwer Zoo wegen Renovierung geschlossen, danach wird er, wie die Stadtverwaltung versichert, der einzige Zoo in der Ukraine von europäischem Standard werden, wo es praktisch keine Barrieren zwischen Menschen und Tieren gibt, und eine neue Gestaltung wird es ermöglichen, Ökosysteme aus verschiedenen Teilen der Welt zu präsentieren. Während der Zoo für Besucher geschlossen ist, schlägt MyKharkov.info vor, sich mit den Seiten seiner Geschichte vertraut zu machen.

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Im Jahr 1896, nach der Vereinbarung der Gesellschaft für Akklimatisation und des Vorstandes der Universität Charkiw, begann der Bau der ersten Pavillons für die Imker- und Seidenraupenstation und des Vogelhauses auf 2,5 Hektar des Universitätsgartens (heute der Taras-Schewtschenko-Garten), was der Beginn der Geschichte des Charkiwer Zoos war. Das Vogelhaus und das Aquarium wurden in den ersten Jahren ihres Bestehens von Alexander Brandt geleitet, der als der erste Leiter des Charkiwer Zoos gilt.

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Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Gesellschaft für Akklimatisation regelmäßig die Sammlung von Säugetieren und Vögeln ergänzt. Einige der Tiere kamen aus dem Reservat Askanija-Nowa, einige Tiere wurden in anderen zoologischen Gärten erworben, sie wurden aus benachbarten Gouvernements gebracht.

Ihre Unzufriedenheit mit ihrer Haltung brachten die Braunbären zum Ausdruck. Im August 1913 erschien in einer der Stadtzeitungen eine Notiz, dass die Bären im Verlauf mehrerer Nächte den Holzboden im Gehege fast völlig zertrümmerten. Nur das Vorhandensein eines steinernen Fundaments hielt die Bären auf ihrem Weg zur "Freiheit" auf. Ein solches Verhalten der Tiere erklärten die Mitarbeiter des Zoologischen Gartens mit deren Fettleibigkeit.

Bereits zu Beginn der 1930er Jahre war das Gelände des Zoos auf 20 Hektar angewachsen, was neue Planungen und den Bau neuer Anlagen ermöglichte - Antilopenhaus, Elefantenhaus, Affenhaus, weitläufige Gehege für Huftiere. Für die Unterbringung von Turen, Kropfgazellen und Mufflons wurde eine Anlage mit Grünflächen und künstlichen Hügeln geschaffen, welche die Haltungsbedingungen maximal an die natürlichen Bedingungen annäherte. Die Tiere hungerten, litten aber mehr unter der Kälte. Denn die Gebäude wurden praktisch nicht beheizt. Erst im Frühjahr 1942 stellten die Besatzungsbehörden Gelder für Futter und Reparatur der zerstörten Räumlichkeiten zur Verfügung.

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Im Sommer war der Zoo wieder voll von Besuchern und wurde praktisch zum einzigen Ort, um sich im besetzten Charkiw zu erholen. Im Jahr 1943 änderte sich die Situation an der Front, die sowjetischen Truppen starteten eine Offensive. Die Besatzungsbehörden verstanden, dass sie bald Charkiw verlassen mussten, und begannen die methodische Zerstörung des Zoos. Tiere wurde gejagt und geschossen. Die einzigen Bewohner des Zoos, welche die Kriegsjahre überleben konnten, waren vier Bären, ein Wolf und fünf Affen.

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Im Jahr 2016 zählte die Ausstellung des Charkiwer Zoologischen Parks mehr als 360 Tierarten, darunter Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische. Die Gesamtzahl der Zoobewohner übersteigt siebentausend. Der Stadtzoo wurde zur Heimat von Schildkröten, Alligatoren und Krokodilen, Pythons und Nattern, Kängurus und Lemuren, Flughunden, Primaten, Kojoten und Wölfen, Bären, Nasen- und Waschbären, Karakalen, Löwen, Jaguaren, Tigern, Elefanten, Amphibien und Fischen, einer Vielzahl von Vögeln. Von den vertretenen Arten sind 124 gefährdet oder selten und werden von verschiedenen internationalen Programmen und Organisationen geschützt.

Der Charkiwer Zoo nimmt an verschiedenen EEP teil. Mit Hilfe eines Programm werden solche Arten wie die Ägyptische Landschildkröte, Schimpanse, Amurleopard und Amurtiger, Asiatischer Elefant, Przewalskipferd, Kulan, Doppelhornvogel, Krauskopfpelikan, Seeadler, Mönchsgeier erhalten, die im Charkiwer Zoo leben. 58 Tierarten des Zoos stehen auf der Roten Liste der IUCN, 101 Arten sind durch das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen geschützt.

Das Gelände des Zoos soll in Lebensbereiche der Tiere unterteilt werden: "Afrika-Savanne", "Wildes Australien", "Südamerika", "Welt der Küste", "Wasserwelt". Darüber hinaus, laut Erklärungen von Vertretern des Stadtrates, die regelmäßig im Internet erscheinen, wird nach der Rekonstruktion der Zoo von Charkiw mit neuen Bewohnern, einschließlich exotischen, ergänzt werden, und das Ozeanarium wird auch in Betrieb gehen. Die ehrgeizigen Erklärungen der Stadtbehörden bestätigt das beeindruckende Budget für die Umgestaltung des Charkiwer Zoos, für die mehr als 1,8 Milliarden Griwna [57,32 Millionen Euro] aus dem Stadthaushalt ausgegeben werden sollen. Im Hauptbudget der Stadt für das Jahr 2018 wurden 700 Millionen UAH [22,29 Millionen Euro] für Bau- und Reparaturarbeiten auf dem Territorium des Zoos zugesagt. Allein der Bau des Komplexes "Planet der Affen" wird dieses Jahr die Stadt 70 Millionen Griwna [2,23 Millionen Euro] kosten (der gesamte Bau des Objektes wird auf 140.178.914 UAH [ca. 4,46 Millionen Euro] geschätzt). Für die Renovierung des Bereiches "Streichelzoo" wurden 26,2 Millionen UAH [0,83 Millionen Euro] ausgegeben. Das teuerste Objekt ist der Komplex "Wasserwelt", für dessen Aufbau allein im laufenden Jahr 87,5 Millionen UAH [2,79 Millionen Euro] zur Verfügung gestellt wurden, seine Gesamtkosten werden 272.622.864 UAH [8,68 Millionen Euro] betragen. […] (Aljona Maschala)
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Re: Die Geschichte des Charkiwer Zoos

Beitragvon Anita » Mo 14. Mai 2018, 12:06

Danke für die Info.
Auch dieses ist sehr interessant [tschuess]
Anita
 
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