Hellabrunn - mit 170 Kilo durch den Winter

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Hellabrunn - mit 170 Kilo durch den Winter

Beitragvon Anita » Mi 6. Dez 2017, 18:31

Mit 170 Kilogramm durch die kalte Jahreszeit

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Tierpflegerin Nicole Baumgartner wird von den Besuchern oft nach Braunbärin Olga gefragt. „Sie schläft schon“, antwortet sie dann. (Foto: Stephan Rumpf)

Pflegerin Nicole Baumgartner kümmert sich um Olga, die älteste Braunbärin Europas. Derzeit macht diese Winterschlaf - dennoch wird täglich nach dem Tier geschaut

Von Philipp Crone
Nur weil die Braunbärenpflegerin gerade ihr Tier im Winterschlaf hat, heißt das nicht, dass sie am Braunbärgehege nichts zu tun hätte. Nicole Baumgartner, 22, dunkelblaue Hellabrunn-Uniform, steht vor dem leeren Gehege an einem Vormittag und beantwortet den vorbeilaufenden Besuchern Fragen. Also eine Frage. "Der Bär? Der ist im Winterschlaf." Der letzte verbliebene Braunbär im Tierpark München, das ist die mittlerweile 41 Jahre alte Olga, und ihre junge Pflegerin schaut jeden Tag in der Winterschlafbox nach, ob es der ältesten Braunbärin Europas noch gut geht. Wie ist das, wenn man mit einem Tier zu tun hat, das wahrscheinlich nicht mehr so lange leben wird? Und ist Olga wirklich alt? Von wegen.

In der Theorie und in der freien Wildbahn ist es so mit dem Braunbären: Er frisst sich vom Sommer an ein Fettpolster an, bereitet sich ein Winterquartier und bleibt dann dort im besten Fall den ganzen Winter hindurch. Olga macht das ein bisschen anders. "Sie hat im März, als sie wieder rauskam, 130 Kilo gewogen, jetzt waren es am Ende, bevor sie in die Winterbox ging, 170", sagt Baumgartner, die seit zwei Jahren für die fast doppelt so alte Bärin verantwortlich ist. Vorher war sie im Streichelzoo. "Das war schon immer so, wenn ich im Freundeskreis erzählt habe, welche Tiere ich betreue: Ponys? Die Reaktion: Ah, okay. Und beim Braunbär: Cool! Süß!"

Nichts an Olga ist süß, außer ihrem pummelig teddybärenhaften Kopf, das bekommt Baumgartner im Sommer oft genug zu spüren. "Wenn die Tierärztin zum Beispiel mit dem Blasrohr kommt, dann brüllt die, aber richtig." Und auch wenn das Tier mittlerweile auch außerhalb des Winterschlafs viel schläft, "bis zu 17 Stunden", ist es im Zweifel noch blitzschnell. Zum Beispiel, wenn die Bärin eine etwas zu mutige Ente verspeist. Manche der Vögel schwimmen im Sommer im seichten Wasser bis zu den von Baumgartner an verschiedenen Stellen ausgelegten Futterstellen, wo Gemüse, Obst und Fleisch bereitliegen für Olga. Und wenn die gut drauf ist, dann wischt sie sich mal schnell eine Ente aus dem Wasser, wie sonst einen Fisch im Fluss. Zum Tagesmenü gehört im Sommer auch eine Forelle.

Baumgartner kümmert sich in der Winterzeit um andere Tiere, Elche und Haustiere zum Beispiel. Morgens schaut sie aber einmal in die Box von Olga, die mit einer tatzendicken Plexiglasscheibe abgeschirmt ist. "Man sieht am Rücken, ob sie tief oder flach schläft." Ab und an steht das Tier aber auch auf, kotet, pinkelt. "Sie bereitet sich zwar so gut wie möglich auf den Schlaf vor", aber ganz ohne Austreten geht es eben doch nicht. "Am Anfang bekommt Olga nach dem Schlaf viel Gemüse, weil das am besten verdaulich ist, dann im Sommer alles, und irgendwann wird sie dann auch wieder wählerisch, isst erst kein Gemüse mehr, dann kein Obst mehr und am Ende nur noch Fleisch." Das hat die meiste Energie. Und natürlich ist da noch der Honig, den Baumgartner im Sommer an Baumstämme und andere Gegenstände im Gehege schmiert und den Olga gerne isst.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/tie ... -1.3771814
Anita
 
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Re: Hellabrunn - mit 170 Kilo durch den Winter

Beitragvon Ludmila » Mi 6. Dez 2017, 23:27

Ich wünsche Olga eine schöne Winterzeit. [herzig]
Ludmila
 
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Re: Hellabrunn - mit 170 Kilo durch den Winter

Beitragvon Rose » Fr 8. Dez 2017, 00:20

...das wünsche ich Olga auch [herzig] und dass sie im Frühjahr wieder
gesund und munter aus ihrer Höhle kommt [brav]
Rose
 
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Re: Hellabrunn - mit 170 Kilo durch den Winter

Beitragvon Eva » Fr 8. Dez 2017, 11:35

Tja, das ist wohl der Unterschied zwischen Aalborg und Hellabrunn! Die einen töten ihre (gar nicht so) alten Braunbären, die anderen kümmern sich hingebungsvoll um ihr Wohlbefinden!
Eva
 
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Re: Hellabrunn - mit 170 Kilo durch den Winter

Beitragvon Ludmila » Fr 8. Dez 2017, 12:12

Eva
Das habe ich auch gedacht.
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